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1906
Dortmunder Gartenfreunde griffen die Idee des Arztes Dr. Daniel Gottlieb Schreber auf, Gärten für arme kinderreiche Familien einzurichten, um deren Versorgungslage durch den Eigenanbau von Gemüse zu verbessern. Am 2.4.1906 gründete sich die Dortmunder Gartenbaugesellschaft. Sie konnte den Oberbürgermeister der Stadt für ihr Projekt begeistern und erhielt billiges Land zur Pacht im Süden Dortmunds an der Kohlgartenstraße. Die hier entstandene Schrebergartenanlage war eine der ersten im Ruhrgebiet. Seitdem gehört der Schrebergarten zum Revier wie die Brieftaubenzucht und der Fußball. Seit 1864 in Leipzig die Gartenkolonie, schnell Schrebergarten genannt, gegründet wurde, hat sich viel getan. Aus der Erholung für Arbeiter ist eine Volksbewegung geworden. Allein in Deutschland gibt es heute über vier Millionen Kleingärtner. Inzwischen gehören Angestellte und Beamte genauso dazu wie Handwerker und Selbständige. Die meisten sind auf Rente. Den Menschen im Revier bedeutet ihre Kleingarten-Idylle
mehr als nur Kartoffeln und Salat. Zwischen Bahndamm und Hochofen finden
sie ein paar hundert Quadratmeter Freiheit, ausreichend für ein bißchen
Individualität und viel Nachbarschaft. Hier kann es auch schon mal passieren,
das die Vereinsfahnen der Konkurrenten Schalke und Borussia einträchtig
nebeneinander hängen, denn wie es ein "Kumpel" formulierte: "Wir sind
doch alle in Ruhrpott drinne!".
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