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Die
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1892
Der Petersberg
Wer kennt nicht den berühmten Berg bzw. das dazu
gehörige Hotel im Siebengebirge nahe Bonn. Auch nachdem Bonn
nicht mehr Regierungssitz ist, finden hier noch viele Konferenzen
statt und auf dem Petersberg werden immer noch die "Großen" aus der Politik
und Wirtschaft empfangen.
Zum Ende des 19. Jahrhunderts begann die touristische Erschließung dieser
Region. 1892 eröffneten die Kölner Brüdern Nelles auf dem Petersberg das
berühmte Hotel. Die Erreichbarkeit wurde durch die 1890 erbaute Zahnradbahn
und durch den Bau einer Strasse in den 30er Jahren gesichert. Im Jahr
1911 wurde das Hotel Petersberg von der Kölner Parfüm Fabrikanten Mühlens,
Hersteller von 4711 -Echt Kölnisch Wasser- gekauft und drei Jahre später
als ein Kurhotel eröffnet.
Mit der Entscheidung des Bundestages vom 10. Mai 1949
Bonn zur "provisorischen
Hauptstadt" zu machen, gewann auch der Petersberg zunehmend an Bedeutung.
Anfangs wurde der Petersberg von den Alliierten beschlagnahmt und zum
Sitz der Alliierten Hohen Kommissare erklärt. Dort nahm am 21. September
1949 der Bundeskanzler Konrad
Adenauer von ihnen das Besatzungsstatut entgegen. Auch ist nach diesem
berühmten Berg die Schrift zwischen den Kommissaren und Adenauer vom 22.
November 1949 benannt: das sogenannte Petersberger
Abkommen. Nach 1955 wurde der Sitz von den Hohen Kommissaren freigestellt.
Bis 1969 konnten viele Prominente Gäste auf dem Petersberg begrüßt werden,
u.a. den Schah aus Persien mit seiner Frau Soraya, den Staatspräsidenten
Bourgiba aus Tunesien, das Königspaar aus Thailand und 1965 die britische
Königin
Elizabeth II. Ab dem Jahr 1969 geriet der Petersberg zunehmend in Vergessenheit.
Nur mit dem Besuch von dem sowjetischen Generalsekretär Leonid
Breschnew 1973 kam es noch mal zu Schlagzeilen. Der Generalsekretär
bekam bei seinem Besuch von der Bundesregierung einen Mercedes Coupe geschenkt,
den er direkt in den Graben fuhr. Eine bis heute beliebte Anekdote.
Der "Dornröschenschlaf" endete mit dem Kauf des
Petersberg mit dem dazugehörigen Hotel von der Bundesregierung am 23.
März 1979 für 18,5 Mio. Mark. Das Hotel sollte nun als Gästehaus der Regierung
dienen. In dem Zeitraum 1985-1990 wurde das Gästehaus umgebaut und modernisiert.
Zu den Gästen der letzten Jahre gehörten Nelson Mandela, Boris Jelzin,
Michail Gorbatschow und Bill Clinton. Zu den letzten berühmten Konferenzen
gehört die der Schengener Vertragsstaaten vom
16. September 1998. Die Staaten verhandelten und diskutierten über die
Kontrollen der Außengrenzen und über das Verhältnis zur Schweiz. Und im
Dezember 2001 fand hier die Afghanistan Konferenz statt, auf der über
die Übergangsregierung in Afghanistan beraten wurde. Damit gilt Bonn und
der Petersberg immer noch als ein internationaler Standort und überzeugt
durch die nötige Infrastruktur und durch geschultes Personal. Die Bonner
Oberbürgermeisterin sagte dazu:
"Ich bin sicher, dies wird Wirkung für den UN-Standort Bonn haben."
Ina
Schaefer
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