|
26. Oktober 1923
Der Oktober 1923 war eine Zeit der Krisen. Nationalsozialisten und Monarchisten sammelten sich in Bayern zum Marsch auf Berlin, die Kommunisten planten einen Roten Oktober und die Franzosen hielten das Rheinland und das Ruhrgebiet besetzt. Die Rheinlande litten besonders: wirtschaftliche Not mit Arbeitslosigkeit und galoppierender Inflation, politische Instabilität der jungen Republik, französische Besatzung. Hinzu kam nicht zuletzt das alte Misstrauen der katholischen Rheinländer gegen die protestantische preußische Obrigkeit. All diese Faktoren begünstigten seit 1919 das Aufkeimen des Separatismus entlang des Rheins. Schon 1919 hat der Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer zu einem Separatisten-Kongress nach Köln geladen. Der spätere Bundeskanzler ließ aber schnell wieder die Finger von dem politischen Abenteuer, als er erkannte, dass eine ernsthafte Sezessionsbewegung kaum Unterstützung in der Bevölkerung finden würde. Die Franzosen unterstützten offen separatistische Bewegungen, um ihr lange angestrebtes Ziel, die Abtrennung des Rheinlands vom Reich, doch noch zu erreichen. Als die Franzosen am 11. Januar 1923 mit 60 000 Mann das Ruhrgebiet besetzten, weil Deutschland wegen der schweren Wirtschaftskrise mit seinen Reparationslieferungen in Verzug geraten war, agitierten die Separatisten in etlichen Dörfern und Städten von Mainz bis Köln mit wohlwollender Duldung und heimlicher Unterstützung der französischen Besatzer. Sie wollten einen Pufferstaat zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich errichten. Eine an Frankreich angelehnte "Rheinische Republik" wurde von rheinischen Separatisten, deren Vordenker zumeist Zentrumspolitiker waren, aus den erstürmten Rathäusern verkündet. Da es der Bewegung aber an Rückhalt in der Bevölkerung fehlte, wurden die "Rathausbesetzer" schnell wieder entfernt. Für die große Mehrzahl der Menschen am Rhein waren die Separatisten Handlanger der verhassten Franzosen, denen sie die gerade überstandene Ruhrkrise und die Verschärfung der wirtschaftlichen Not zu verdanken hatten. Rebecca Lammers Literatur: |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 09.01.2002 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||