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24. Juni 1922
Am 24. Juni 1922 wurde Walther Rathenau, Außenminister der Weimarer Republik, von bezahlten Mördern einer rechtsgerichteten Geheimorganisation getötet. Mit Rathenau wollten die Urheber des Mordes die Republik insgesamt treffen. Er war die Verkörperung der jungen Republik und damit Gegenstand des Hasses für diejenigen, die Weimar durch einen Putsch von rechts zu Fall zu bringen wollten. Auf der Fahrt von seinem Haus in Grunewald zur Arbeitsstelle war der Minister in seinem offenen Wagen von den Insassen eines überholenden Autos mit fünf Schüssen getötet worden. Alles schien darauf hinzudeuten, dass der Anschlag von langer Hand vorbereitet worden war. Nach einer reichsweiten Fahndung wurden die beiden Täter, Kern und Fischer, am 17. Juli von der Polizei gestellt. Nachdem der eine an den Schüssen der Verfolger gestorben war, nahm sich der andere das Leben. Beide waren Mitglieder des "Völkischen Schutz- und Trutzbundes" und auch der "Organisation Consul" gewesen. Diese Geheimorganisation war nach dem Attentat auf den früheren Reichsfinanzminister, Matthias Erzberger, im September 1921 ausgehoben worden, so dass von dem in seiner Organisationsstruktur zerstörten Verband keine Gefahr mehr befürchtet wurde.
Nach dem Mord an Rathenau rückte die gespaltene Linke für einen Moment näher zusammen. An den großen Demonstrationen, die der Gewerkschaftsbund ausrief, nahmen auch Sozialdemokraten der USPD und MSPD, sowie Kommunisten teil. Noch am Tag der Ermordung kam es auch im Ruhrgebiet zu Trauer- und Protestkundgebungen: in Bochum, Essen, Gelsenkirchen nahmen bis zu 70.000 Personen an Kundgebungen teil. Im Parlament wurden die schärfsten deutschnationalen Gegner Rathenaus von anderen Parlamentariern tätlich bedroht und Kanzler Wirth stellte einen Tag nach der Ermordung seines Ministers im Plenum fest: "Da steht der Feind - und darüber ist kein Zweifel: Dieser Feind steht rechts!". Im preußischen Landtag hinderte die Abgeordnetenmehrheit konservative Parlamentarier daran, das Wort zu ergreifen und zwang die ganze deutschnationale Fraktion aus dem Saal. In der Bevölkerung ging die Empörung über den Terroranschlag auf die Republik durch alle Schichten. Über alle politischen Grenzen hinweg bekundeten Millionen von Deutschen ihre Trauer. Es formierte sich eine Protestbewegung gegen den Terror von rechts, der von den Arbeiterorganisationen ausgingen, dem sich aber bald alle demokratischen Parteien und die Reichsregierung anschloss. Ein landesweiter Proteststreik wurde für den 27. Juni beschlossen. Am Tag der Trauerfeier für den toten Minister schloss sich die preußische Regierung dem Streik mit all ihren Behörden an. Die Feier selbst wurde in allen großen deutschen Städten zu einer Demonstration für die Republik. In Essen waren es 100.000 Menschen, die für die Republik auf die Strasse gingen. Rebecca Lammers Literatur:
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