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26. April 1925
Hindenburg wird Reichspräsident

 
Hindenburgs Vereidigung im Reichstag.

Paul von Beneckendorff und von Hindenburg, wie sein voller Name lautete, Militarist, Monarchist und ostpreußischer Gutsherr wurde 1925 zum Präsidenten der Weimarer Republik gewählt. Seine Wahl war der Ausdruck des Wunsches nach nationaler Größe und fester Führung.

Nachdem im ersten Wahlgang keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit errungen hatte, bündelten im zweiten Wahlgang sowohl die staatstragenden Parteien (SPD, Zentrum, DDP) als auch die Deutschnationalen ihre Kräfte, indem sie sich auf jeweils einen gemeinsamen Kandidaten einigten. Die demokratischen Parteien stellten als "Volksblock" den ehemaligen Kanzler und Zentrumspolitiker Wilhelm Marx auf. Die Nationalen konnten den Feldmarschall Hindenburg für die Kandidatur für den "Reichsblock" gewinnen. Damit hatten sie eine Persönlichkeit aufgestellt, die schon zu Lebzeiten zum Mythos ("Sieger von Tannenberg") geworden war. Die Kommunisten beharrten auf einem eigenen Kandidaten, was ihnen nach der für die Demokraten verlorenen Wahl zum Vorwurf gemacht wurde.

Am 26.April 1925 ging Hindenburg mit 90.000 Stimmen Vorsprung als Sieger aus der Wahl hervor.
Die Stimmen verteilten sich wie folgt:
Hindenburg: 48,3 %
Marx:         45,3 %
Thälmann:    6,4 %

Die Deutschen hatten einen Ersatzkaiser gewählt. Hindenburg versprach, die republikanische Verfassung zu achten. Dies machte es manchem schwer, in unversöhnlicher Feindschaft zur ungeliebten Republik zu verharren. Dem antirepublikanischen Lager wurde die neue Staatsform durch die Möglichkeit versüßt, auch ohne Rückkehr zur Monarchie mit Hindenburg das erreichen zu können, was ihm am wichtigsten war: die Entwicklung eines starken Staates, der Parlament und Parteien in ihre Schranken verwies.

Literatur:

Heinrich August Winkler: Weimar 1918-1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. Beck, München 1993.
Walter Rauscher: Hindenburg: Feldmarschall und Reichspräsident. Ueberreuter, Wien 1997.
Werner Maser: Hindenburg: eine politische Biographie. Moewig, Rastatt 1990.

     
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