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1919
Heute wird von Johanna Ey oft als "Mutter Ey" gesprochen, doch für die Künstler, wie auch sie selbst war sie immer schlicht "Die Ey". Geboren am 4. März 1864 als jüngste Tochter eines Tagelöhners in Wickrath bei Mönchengladbach trug sie, wie Anna Klapheck es beschreibt, bis zu ihrem 14. Lebensjahr "die schweren Holzschuhe der niederrheinischen Bauern". Über 20 Jahre dauerte ihre "sehr traurige Ehe", in der sie zwölf Kinder gebar, von denen acht verstarben. Erst nach ihrer Scheidung tritt Johanna Ey 1910, in Düsseldorf in Erscheinung. Um ihr Auskommen zu sichern, erwarb sie am Rande der Altstadt, in der Ratinger Straße 45, eine Bäckereifiliale. Kuchen für fünf Pfennig, Kaffee für zehn, das sprach sich schnell an der nahen Kunstakademie herum. Immer mehr Künstler kamen, "besonders da bekannt wurde, daß er eine oder andere pumpen konnte" erinnert sich die Ey in ihren Memoiren. Manchmal nahm sie auch Bilder in Zahlung. Die Kaffeestube wurde zum Treffpunkt auch für Schauspieler, Journalisten, Opernsänger, kurz die Düsseldorfer Boheme. Neugierig und an Menschen interessiert hatte Johanna Ey immer ein offenes Ohr. Auch der Zugang zu den Bildern führte bei ihr immer über die Person, den Künstler.
"Junge Kunst - Frau Ey" so der programmatische
Name der Galerie, die zum Mittelpunkt der Künstlergruppe das "Junge Rheinland"
wurde. In dem hinteren Zimmer, dem Ort der produktiven Unruhe, wurden
hitzige Wortgefechte ausgetragen, Programme geschmiedet, Provokationen
ausgeheckt, in chaotischer Aufbruchsstimmung gearbeitet, gezeichnet, gemalt.
Die Galerie war das Forum der progressiven Künstler und ihren Kampf gegen
den etablierten Kunstbetrieb. Otto Dix, Arthur Kaufmann, Peter Ludwigs,
Matthias Barz, Hermann Hundt, Adalbert Trillhase, Paul Westheim, Karl
Schwesig, Adolf Uzarski, Fritz Feigler, Robert Pudlich, Bruno Goller,
Franz Monjau, Jankel Adler, Walter Ophey, Jupp Rübsam und nicht zuletzt
Max Ernst um nur einige aus dem Ey-Kreis zu nennen. Ende der 20er Jahre
wird die Atmosphäre ruhiger, gesetzter, viele Weggefährten verlassen Düsseldorf,
jüngere Künstler rücken nach. Uta Schabrod Literatur: |
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