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15.
Januar 1927 Die ersten öffentliche Rundfunksendung in Deutschland wurden 1923 in Berlin ausgestrahlt. Nach Berliner Vorbild entstanden innerhalb weniger Monate weitere Rundfunksendegesellschaften, die als Aktiengesellschaften organisiert waren und sich in den großen regionalen Zentren des Deutschen Reiches (Hamburg, Leipzig, Breslau, Königsberg, Frankfurt/M., Stuttgart und München) etablierten. Die föderale Struktur des deutschen Rundfunks war bei der schwachen Leistung der Rundfunksender der ersten Sendergeneration jedoch eher technisch bedingt als politisch motiviert. Als letzte der Sendegesellschaften wurde die "Westdeutsche Funkstunde AG" (WEFAG) im Jahre 1924 in Münster gegründet. Der Grund für die Wahl des Geschäftssitzes war ein politischer. Ökonomische Gründe sprachen zwar für einen Standort im Ballungsgebiet an Rhein und Ruhr, wo aufgrund eines Einzugsbereichs von 12,5 Millionen Einwohnern mit hohen Hörerzahlen - und folglich auch Einnahmen aus Gebühren - zu rechnen war, doch stand das Gebiet jenseits des Rheins nach der Niederlage des Ersten Weltkriegs unter alliierter Besatzung. Im Januar 1923 hatten die Alliierten wegen ausstehender Reparationsleistungen zudem Teile des Ruhrgebietes besetzt. Da sie die Abhörung des eigenen Funkverkehrs und den Mißbrauch von Rundfunk zu Propagandazwecken fürchteten, erließen sie strenge Gesetze auf dem Gebiet der Telekommunikation. So war es u.a. verboten, ohne spezielle Genehmigung Rundfunksender zu errichten oder zu betreiben bzw. Rundfunkgeräte zu erwerben oder zu besitzen. Faktisch kam dies einem Rundfunkverbot in den besetzten Gebieten gleich. Daher ließ die Reichspost abgesehen von einem Sender in Münster zwei weitere Sender an der Grenze zu den besetzten Gebieten errichten: Die Sender Dortmund und Elberfeld wurden am 18. und 19.09.1925 in Betrieb genommen. Mit dem Auftakt zur schrittweisen Rheinlandräumung im Januar 1926 war der Weg frei für eine Verlegung des Geschäftssitzes der westdeutschen Sendegesellschaft. Unter zahlreichen Bewerbern konnte sich die Stadt Köln durchsetzen - nicht zuletzt aufgrund der geschickten Verhandlungsführung durch den Oberbürgermeister Konrad Adenauer und dessen Gespür für die Bedeutung des neuen Mediums. Am 08.05.1926 benannte das Reichspostministerium den zwischen Essen und Wuppertal gelegenen Ort Langenberg als Standort eines neuen "Rheinlandsenders". Am 03.07.1926 wurde Adenauers Kandidat für die Intendanz des Kölner Senders, der Dichter und Theaterintendant Ernst Hardt (1876-1947), zum "Künstlerischen Leiter" berufen. Als Funkhaus stellte die Stadt Köln der Rundfunkgesellschaft, die nach der offiziellen Verlegung des Geschäftssitzes zum 01.11.1926 als "Westdeutsche Rundfunk AG " (WERAG) firmierte, ein Gebäude in der Dagobertstraße 38 zur Verfügung. Der neue Rundfunksender in Langenberg, der vom Telegraphentechnischen Reichsamt und der Firma Telefunken errichtet wurde, nahm als stärkster Mittelwellensender Europas seinen Probebetrieb am 15.12.1926 auf Welle 468,8 auf. Am 15. Januar 1927 erfolgte die Übergabe des Senders durch den Rundfunkkommissar im Reichspostministerium, Hans Bredow, und am selben Abend wurde der offizielle Programmbeginn der WERAG mit einem Festakt im Funkhaus Dagobertstraße feierlich begangen. Mit einer knappen halben Million Hörern avancierte die WERAG bereits im Jahre 1927 zur zweitstärksten deutschen Sendegesellschaft - trotz der wirtschaftlichen Depression konnten die Hörerzahlen bis zum Jahr 1932 auf über 817.000 Teilnehmer gesteigert werden. Für sein liberales Programm bekannt und gewürdigt (und von der rechtsextremen Presse angefeindet), wurde der Kölner Sender in der späten Weimarer Republik zu einer anerkannten Größe in der deutschen und europäischen Rundfunklandschaft. Dr. Birgit BERNARD
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