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Neusser Rathaus geschmückt mit Fahnen

01. November 1415
Das Neusser Schützenfest

Ende des 13. Jahrhunderts begannen sich in den Städten im Zuge der Wehrentwicklung die ersten Schützengesellen und Bruderschaften zusammenzuschließen und gründeten die ersten Schützenvereine. Dieser Brauch setzte sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, der Schweiz und in Österreich durch.

 
Neusser Schützen, 2002.
 

Über die Entstehungsgründe gibt es verschiedene Theorien. So wird zum einen vermutet, dass Schütze sich von Schutz ableiten könnte oder die Schützen sich aus einem altgermanischen Brauch entfaltet haben. Der Ursprung der Schützen liegt aber eindeutig in der Wehr- und Militärgeschichte.

Zunächst waren sie mit Pfeil und Bogen bewaffnet. Später wurden diese Waffen durch die Armbrust ersetzt. Die Stadtobrigkeit sah in den Schützen eine Stärkung und Unterstützung der Verteidigungskraft der Stadt; eine nützliche und fördernswerte Tätigkeit. Mit der Entwicklung von Feuerrohren, Hakenbüchsen und Handbüchsen geriet die Armbrust mehr und mehr ins Abseits. Die Schützen blieben der Armbrust noch relativ lange treu und wechselten erst nach und nach zu Handfeuerwaffen. Im 16. Jahrhundert verlor die Armbrust als Waffe endgültig ihre Bedeutung, von den Schützen wurde sie aber nie völlig aufgegeben. So haben z.B. Schützen in Bonn nach dem Zweiten Weltkrieg als im Zuge der Demilitarisierung auf militärische Waffen verzichtet werden musste, auf die Armbrust zurückgegriffen.

 
 
Neusser Schützenknaben, 2002.

Mit der Einführung des Söldnerwesens wurde auch das Schützenwesen überflüssig. Schießübungen wurden nur noch zu sportlichen Zwecken ausgeübt. Dabei weiteten sich die Aktivitäten zu sogenannten Schützenfesten aus. Geselliges Beisammensein und Feierlichkeiten wurden zu einem festen Bestandteil des Schützenwesens. Im Laufe der Zeit entwickelten sich besondere regionale Eigenarten und spezielle Erscheinungsformen in den Sitten und Gebräuchen, so wie in den verschiedenen Trachten und Uniformen.

 
Blick von der Tribüne auf das Neusser Rathaus.
 

In dem heutigen Nordrhein-Westfalen gehörten zu den ersten Gründungen:

Aachen, erste Hälfte des 14. Jahrhunderts
Dortmund, 1378
Heinsberg, 1400
Neuss,      1415
und Brilon, 1417.

 
 
Neusser Schützenfest, Blick auf den Quirinus.

Das Neusser Schützenfest gehört zu einem der ältesten in Deutschland. 1415 wurde die "Sankt Sebastian-Bruderschaft zu Neuss" gegründet, die die Freiheit und Unabhängigkeit der Stadt gewährleisten sollten. In den folgenden Jahrhunderten wurden verschiedene Ordnungen und Regelungen bezüglich der Schützen erlassen. 1638 eine Schützen- und Schießordnung und 1723 eine bürgerliche Schützengesellschafts-Ordnung, die eine Mindestalter der Schützen von 18 Jahren festlegte. Während der Französischen Revolution fanden gerade im Brauchtum vielfältige Veränderungen statt, dass Schützenfest konnte jedoch erhalten werden.

 


 

 

     
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