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1815 Schlacht bei Waterloo
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Unter den Krankenpflegerinnen,
die mühsam im aufgeweichten Lehmboden von Mann zu Mann eilen, finden
wir auch Maria Clementine Martin wieder. Sie pflegt die verwundeten
Soldaten beider Seiten. Hierbei kommt ihr das enorme Wissen über die
Wirkung der Pflanzen zugute. Sie erhält für ihren tapferen Einsatz
neben der allerhöchsten Anerkennung seiner Majestät, des Preußen-Königs
Friedrich Wilhelm III, eine jährliche Rente von 160 Goldtalern. |
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Maria Clementine Martin in
Waterloo
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1825 Köln |
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Maria Clementine
Martin kommt nach Köln. Die erfahrene und gebildete Ordensfrau,
die neben dem Deutschen des Niederländischen und Französischen
mächtig war und auch die lateinische Sprache beherrschte, lebte
im Haus des Domvikars Gumpertz und pflegte den 86-jährigen.
Wie an den verschiedenen Orten zuvor, so findet sie nach und nach,
entsprechend ihrer klösterlichen Erziehung und christlichen Pflichtauffassung,
auch hier ein reiches Betätigungsfeld in Krankenpflege und Betreuung
der Armen. |
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Altes Destillationsgerät
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1826 Erstes Unternehmen |
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Die jährliche
Rente von 160 Goldtalern ermöglicht es ihr 1826 ein eigenes Unternehmen
am Fuße des Doms zu gründen. Im Handelsregister der Stadt Köln läßt
sie ihren Herstellungsbetrieb unter dem Namen: "Maria Clementine Martin
Klosterfrau" eintragen. Zitat der Klosterfrau Maria Clementine Martin
"Der Himmel segnete meine Unternehmung." Die Klosterfrau erweist sich
als weitsichtige Unternehmerin. Ihre einzigartigen Naturarzneien überzeugen
und der Erfolg stellt sich rasch ein. |
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Gründungsgebäude
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1829 Preußisches Wappen
auf Ware |
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Im November 1829
bittet sie den preußischen König Friedrich Wilhelm III um das Privileg,
daß preußische Wappen auf den Etiketten ihrer Waren führen zu dürfen,
was ihr auch noch im selben Jahr gestattet wird. Dieses unverwechselbare
Warenzeichen läßt sie sich 1831 beim Rat der Gewerbeverständigen der
Stadt Köln eintragen und richtet, solchermaßen gegen Nachahmungen
gewappnet, in Bonn, Aachen und sogar im fernen Berlin die ersten Depots
ein. Die einzigartige Wirkung des echten |
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Preußisches Wappen
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Melissengeistes, jetzt
hervorgehoben durch seine unverwechselbare Verpackung, bleibt auch
der Ärzteschaft nicht verborgen. Mediziner bestätigen in Gutachten
die Wirksamkeit des echten Melissengeistes und unterstützen zusätzlich
den guten Ruf dieser Naturarznei. |
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Auszug
aus dem Brief an den König: |
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Brief
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"Allerdurchlauchtigster, großmächtigster
König!
Allergnädigster König und Herr!
Allerunterthänigstes Gesuch der Klosterfrau
Maria Clementine Martin, Köln am Rhein, um die Allerhöchste
Erlaubniß, den Preußischen Adler auf ihren Fabrikaten
führen zu dürfen."
Soweit der kaufmännisch-korrekte Betreff
ihres Anliegens. Nach einer heutigen umständlichen erscheinenden,
damals unumgänglichen Lobpreisung des Königs, bringt Maria
Clementine Martin sich und das ihr einstmals bewilligte Legat in
Erinnerung und fährt dann fort:
"...So darf denn auch eine arme Klosterfrau....es
wagen, Allerhöchstdieselben ein Gesuch demüthigst vorzutragen,
in dessen Gewährung sich den schönsten Lohn ihrer täglichen
inbrünstigen Gebethe für das Wohl Eurer Majestät
und Ihres ganzen Hauses für die kurze Zeit bis zur Vollendung
ihrer irdischen Laufbahn sehen würden....
...Meine Fabrikate, auf welche ich, um dieselben
immer mehr zu vervollkommnen, die langgewohnte ängstliche Sorgfalth
verwandte, fanden den besonderen Beifall sachverständiger Männer
und wurde bald vom Publicum gesucht.
Euer Majestät wage ich, von beiden eine kleine
Probe aller-unterthänigst zu Füßen zu legen. Möchten
dieselben mit Allerhöchster Huld und Gnade aufgenommen und
mit die Allerhöchste Erlaubniß zu Theil werden, meine
Fabrikate mit dem Preußischen Adler zieren zu dürfen....
In höchster Verehrung ersterbe ich als Euer
Majestät allerunterthänigste Magd Maria Clementine Martin"
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Antwortschreiben
des Königs: "Wenn gegen das beiliegende Gesuch der Klosterfrau Maria
Clementine Martin zu Köln die Erlaubniß, die Etiquette des von ihr
fabricirten Melissen- und Cölnischen Wassers mit dem preußischen Adler
versehen zu dürfen, in Beziehung auf die Concessionen, welche bereits
anderen Fabriken des Cölnischen Wassers in Cöln zugestanden sind,
kein Umstand obwaltet, so will ich die Bitte stattfinden lassen und
Ihnen hiernach die weitere Verfügung und die Bescheidung der Supplikantin
anheimgeben."
Berlin den 28. November 1829, gez. Friedrich Wilhelm |
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1843 Tod von Maria Clementine
Martin |
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Am 9. August 1843 stirbt
Maria Clementine Martin, betrauert von der ganzen Stadt. Sie wird
auf dem Melaten Friedhof unter großer Anteilnahme der Bevölkerung
beigesetzt. |
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1852-1880:
Klosterfrau auf der Weltausstellung |
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Prämierungen der Produkte
des Hauses Klosterfrau:
1852 in Düsseldorf
1853 in New York
1855 in Paris
1862 in London |
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Auszeichnungen für Klosterfrau
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1867 in Paris
1873 in Wien
1879 in Sydney
1880 in Melbourne |
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