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1517 - 1648 Kirchliche Missstände, soziale Veränderungen und die Rückbesinnung auf die Ideale und Werte der Antike lösten eine der größten revolutionären Bewegungen der Kirche in der frühen Neuzeit aus. Das Ansehen der Kirche hatte im 15. Jahrhundert sehr gelitten. Kirchenabspaltungen, die Zuwendung der kirchlichen Vertreter zu weltlichen Freuden und Genüssen, Korruption und Machtanreicherung beeinträchtigten die Glaubwürdigkeit der christlichen Lehre und der Predigt nach Nächstenliebe und Bescheidenheit. Die Unzufriedenheit mündete in einer bis zu diesem Zeitpunkt nicht da gewesenen Reformbestrebung. Mit der Verkündung von Martin Luthers 95 Thesen im Jahr 1517, die eine neue Bibelauslegung beinhalteten, wurde die Grundlage des protestantischen Revolution gelegt. Die Reformation (lateinisch: Erneuerung, allgemein: Wiederherstellung, Verbesserung) zielte nicht auf eine strukturelle Veränderung, sondern auf eine religiöse Umgestaltung und Neubesinnung. Das Ende der Vorherrschaft des Papstes wurde besiegelt und der protestantische Glaube wurde eingeführt. Nach den Aufständen der Reichsritter von 1522/23 und den Bauernkrieg 1525 erhielten die Landesfürsten 1555 mit dem Augsburger Religionsfrieden das Recht die Religion für ihre Untertanen frei zu bestimmen. Damit erfolgte der Schritt zur Gleichberechtigung zwischen dem katholischen und protestantischen Glauben. Zu unterscheiden sind zwei Formen der Reformation: Zum einen die Volksreformation, die Kritik an der kirchlichen Obrigkeit äußerte und soziale Nöte und Ungerechtigkeiten anprangerte. Zum anderen die Fürstenreformation, die nicht den spontanen Charakter der Volksreformation hatte und eine Verstaatlichung aller kirchlichen Besitztümer zu bewirken versuchte. Am Niederrhein und in Westfalen wurden die Reformbewegungen wohlwollend aufgegriffen, in der Region des heutigen Ruhrgebiets erst zögerlich. Der dortige Landesherr Herzog Johann von Jülich-Kleve-Berg sträubte sich zunächst gegen die Veränderungen und führte erst 1530 Reformen durch. Diese wurden von Luther als halbherzig betitelt, so dass die Reformation im folgenden maßgeblich vom Volk getragen wurde. 1531 wurde die Lehre von Luther in Soest verkündet, ein Jahr darauf auch in Dortmund. Nach und nach schloss sich die ganze Region an. Zu einer gänzlich anderen Bewegung gehörten die Täufer
aus Münster von 1534/35, eine radikale Abspaltung des Täufertum aus Zürich.
Sie befürworteten die "Erwachsenentaufe", die "wahre" Glaubenstaufe und
nicht die ihrer Meinung nach "verlogene" und "erkaufte" Kindstaufe. Neben
den beiden konfessionellen Lagern konnte sich diese Richtung jedoch nicht
durchsetzen. |
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