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Besondere Steuern, z.B. die Reichsfluchtsteuer, Vorschriften
über Devisen, etc. engten den Handlungsspielraum der in Deutschland
Verbliebenen ungeheuer ein. Ab April 1938 mussten Juden Vermögen
über 5.000 Reichsmark anmelden, Grundlage der Enteignung, die
u.a. in der am 12. November 1938 festgelegten "Sühneleistung"
in Höhe von 1,127 Milliarden Reichsmark einen ersten absurden
Höhepunkt fand. Aus der Düsseldorfer Gemeinde waren hierzu eine
Million Reichsmark zu zahlen. Schadensfälle wurden von den Versicherungen
unmittelbar an das Deutsche Reich überwiesen (insgesamt 225 Millionen
Reichsmark), während die geschädigten Juden leer ausgingen.
Sorge bereitete Rabbiner Eschelbacher auch, dass durch ein Gesetz
vom 1. April 1938 die jüdischen Gemeinden ihre Rechtsform als
Körperschaften öffentlichen Rechts verloren und sie zu rechtsfähigen
Vereinen erklärt wurden. Wenig später, im Juni desselben Jahres,
wurden eine Reihe von Gemeinderepräsentanten in Polizeihaft genommen,
andere Gemeindemitglieder kamen in "Schutzhaft", in der Regel
wegen völlig aus der Luft gegriffener oder längst verjährter Vergehen,
wie Führerscheinvergehen oder ähnlichem.
Weitere Maßnahmen vom September 1938, die den Entzug der Zulassung
jüdischer Ärztinnen und Ärzte, wenig später der wenigen noch zugelassenen
jüdischen Anwälte vorsah, trieb die Verarmung der jüdischen Bevölkerung
ebenso voran wie die sich seit Januar 1938 verschärfende Gesetzgebung
über "jüdische Gewerbebetriebe". Dies war der Hintergrund, auf
dem die erste Deportation aus Düsseldorf von den aufmerksamen
Beobachtern gesehen wurde: In der Nacht vom 27. Oktober 1938 holten
Polizisten ungefähr 300 Personen aus ihren Wohnungen: Männer,
Frauen und Kinder, die als "Polnische Juden" nach einem kurzen
Aufenthalt im Polizeipräsidium in Züge verfrachtet und an die
polnische Grenze nach Zbaszyn (Bentschen) transportiert wurden.
Unter ihnen war eine nicht unerhebliche Zahl von Frauen, die nur
durch ihre Heirat polnische Staatsbürgerinnen geworden waren,
sowie deren Kinder. Die polnischen Behörden ließen die Deportierten
zunächst nicht herein, zurück konnten nur sehr wenige.
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