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27. September 1937
Hitler und Mussolini besuchen die "Waffenschmiede des Reiches" und die Krupp-Werke Essen

   
Mussolini und Hitler

Die beiden faschistischen Staaten Deutschland und Italien demonstrierten nach außen, dass zwei Regime zueinander gefunden hatten und dabei waren, sich zu einer Aktionsgemeinschaft zusammenzuschließen. Gefestigt wurde dieser Prozess durch den ersten Staatsbesuch des "Duce" in Deutschland vom 25. bis 29. September 1937.

Vorangegangen war eine vorsichtige Annährung. Schon im Juni 1933 hatte ein erstes Treffen Mussolinis mit Adolf Hitler in Venedig stattgefunden. Ende September 1936 überbrachte Hans Frank, Präsident des NS-Rechtswahrerbundes, Mussolini die Einladung Hitlers, ihn in Deutschland zu besuchen. Hitler feierte den "Duce" als den größten Staatsmann der Welt.

Mit der Eroberung Abessiniens rief Mussolini am 06. Mai 1936 das italienische "Imperium" aus und forderte die Vormachtstellung Italiens im Mittelmeerraum. Am 01. November 1936 sprach Benito Mussolini nach dem Abschluss eines Bündnisvertrags mit Hitler in Mailand zum ersten Mal von der "Achse Berlin-Rom", die bis 1939 eine gradlinige Annäherung beider Staaten hinsichtlich einer antikommunistischen Politik sowie der jeweiligen Expansionsinteressen meinte und die im "Stahlpakt", dem militärisch-wirtschaftlichen Bündnis vom 22. Mai 1939, ihren stärksten Ausdruck fand.

Es folgen viele gegenseitige Besuche von Emissären, die die Reise Mussolinis nach Deutschland vorbereiteten. Im Januar 1937 reiste Göring nach Rom, einen Monat später besuchte Cianetti Robert Ley und Carlo Delcroix Rudolf Hess. Im Mai schließlich machte der deutsche Reichsaußenminister einen offiziellen Besuch bei Mussolini in Rom.

 
"Herzlich willkommen in der Waffen-schmiede des Reiches", Essen 1937.
 

Am 25.09.1937 traf Mussolini zu einem fünftägigen Staatsbesuch in München ein. Hitler demonstrierte dem Verbündeten die deutsche Stärke nicht nur im Manöver, sondern besuchte mit ihm auch am 27. September die "Waffenschmiede des deutschen Reiches", die Krupp-Werke in Essen. Offiziellen Angaben zufolge standen 70.000 Menschen Spalier für den "Führer" und den "Duce". Das Hotel Handelshof war mit einem Spruchband geschmückt worden: "Herzlich willkommen in der Waffenschmiede des Reiches". Bei Krupp besichtigten die Gäste vor allem die Geschütz- und Panzerproduktion.

Nach dem Besuch Mussolinis in Deutschland verließ Italien den Völkerbund und trat am 06.11.1937 dem "Anti-Komintern-Pakt" zwischen Deutschland und Japan bei.

Literatur:
Nolte, Ernst: Der Faschismus in seiner Epoche : Action francaise - italienischer Faschismus - Nationalsozialismus. Piper, München 1986.
Petersen, Jens (Hg.): Faschismus und Gesellschaft in Italien : Staat, Wirtschaft, Kultur. Köln 1998 Mantelli, Brunello: Kurze Geschichte des italienischen Faschismus. Wagenbach, Berlin 1998.

     
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