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18. November 1938 Herschel Grynzspan verübte am 07. November 1938 aus Verzweiflung über sein eigenes Schicksal und das seiner Familie ein Attentat auf den deutschen Legationssekretär von Rath, der ihn in der deutschen Botschaft in Paris empfangen hatte. Der 17-jährige erklärte nach seiner Verhaftung durch die französische Polizei, er wollte die Deportation seiner Eltern von Deutschland zurück nach Polen rächen, von der er kurz zuvor von seiner Schwester in einem Brief erfahren hatte. Er selbst wurde als polnischer Jude in Hannover geboren, erhielt aber weder in Frankreich - wo er bei seinem Onkel lebte - eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis, noch durfte er wieder zu seinen Eltern nach Deutschland zurückkehren. Diese Tat, der ein ganz persönliches Motiv zugrunde lag, wurde von Goebbels als "Verschwörung des Weltjudentums" auf die Titelseiten deutscher Zeitungen gebracht und mußte schließlich nach dem Tod vom Raths zwei Tage später als propagandistisches Motiv für die "Vergeltungsmaßnahme an den Juden" in der Reichspogromnacht herhalten. Das Schicksal der beiden Protagonisten in diesem inszenierten Drama, Gryzspan und vom Rath, läßt sich nicht endgültig klären. Ernst vom Rath wurde nach den Schüssen auf ihn schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht, wo er von Hitlers Leibarzt Karl Brandt und dem Münsteraner Medizinprofessor Georg Magnus versorgt wurde. Jeglicher öffentlicher Kontakt zu dem Kranken wurde unterbunden. Am 08. November beförderte Hitler Ernst vom Rath um drei Stufen zum Botschaftssekretär Erster Klasse. Zwei Tage nach dem Attentat auf ihn erlag vom Rath seinen Verletzungen. Staatssekretär von Weizsäcker organisierte die feierliche Überführung der Leiche nach Deutschland, wo Ernst vom Rath in Berlin ein Staatsbegräbnis erhielt, bei dem die gesamt NS-Führung anwesend war. Vom Rath wurde als Märtyrer und "Blutopfer im Kampf gegen das Weltjudentum" stilisiert. Nachdem der Leichnam weiter per Zug durch das Reich transportiert worden war, wurde Ernst vom Rath am 18. November 1938 in Düsseldorf begraben. Das Attentat von Herschel Grynzspan schien den Nationalsozialisten
so sehr zu Pass zu kommen, um endlich die geplanten Aktionen
gegen die Juden in Deutschland und ihren Besitz durchführen zu können,
dass Gegner der Nazis eine Verbindung zwischen dem Attentäter und den
politischen Profiteuren vermuteten. Die Verhöre der französischen Polizei
ergaben aber ein rein persönliches Motiv. Das Gerücht, beim Anschlag auf
vom Rath habe es sich um eine Tat aus dem Homosexuellenmilieu gehandelt,
wurde entweder von seinen Verteidigern oder von Grynzspan selbst in die
Welt gesetzt, um dessen Kopf zu retten. Denn die Nationalsozialisten wollten
in einem Schauprozess der Weltöffentlichkeit beweisen, dass Herschel Grynzspan
als "Werkzeug des Weltjudentums" gehandelt hatte. Die Anklage sollte auf
Hochverrat lauten. Durch die Verteidigungsstrategie den Anschlag in das
Homosexuellenmilieu zu rücken, war es der nationalsozialistischen Propaganda
nicht mehr möglich den Vorfall so auszuschlachten, wie es geplant gewesen
war. Der Prozess fand nicht statt. Literatur: |
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