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04. Oktober 1933
Die "Gleichschaltung" verschiedener staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen war ein entscheidender Schritt auf dem Weg der Errichtung einer totalen Diktatur durch die Nationalsozialisten. Gleichzeitig mit der Ausschaltung parlamentarischer Opposition durch das Ermächtigungsgesetz im März 1933 und der "Selbstgleichschaltung der Parteien" im Juni/Juli 1933 begannen die Nationalsozialisten schnell auch ein Monopol auf die öffentliche Meinung aufzubauen. Der Rundfunk, schon vor der Machtübernahme Staatsorgan, war ohne Probleme auf die nationalsozialistische Linie gebracht worden und war nun das wirkungsvollste Propagandamittel von Minister Goebbels. Schwieriger war es, die vielfältige deutsche Presselandschaft zu beherrschen. Die NS-Presse hatte zum Zeitpunkt der Machtübernahme einen nur verschwindend kleinen Anteil an der deutschen Presselandschaft, zu der rund 3.400 Tageszeitungen gehörten. Schon im Frühjahr 1933 übernahmen die NS-Verlage die Zeitungen ihrer sozialdemokratischen und kommunistischen Konkurrenz und am 04. Oktober 1933 wurde die deutsche Presse "gleichgeschaltet". Mit dem sogenannten "Schriftleitergesetz" wurden Journalisten quasi zu öffentlichen Amtsträgern erhoben. Damit waren sie vom Weisungsrecht ihres Verlegers befreit, aber an die viel härtere Kandare des NS-Staates genommen: die Berufsausübung wurde von gesetzlich verordneter Konformität abhängig gemacht. Von der Reichsregierung wurde vorgeschrieben über was, wie und in welcher Form zu berichten war und über was nicht berichtet werden durfte. Die Sprachregelungen gingen ins letzte Detail. Im April verfügte die Reichspressekammer die "Konzentration"
der deutschen Presse. Dies bedeutete die Übernahme bürgerlicher Verlage
durch die NS-Presse. Aufgekauft bzw. stillgelegt wurden auf diese Weise
die Zeitungskonzerne von Huck, Girardet, Leonhardt und teilweise Hugenberg.
Nach dieser Aktion betrug der Anteil der Zeitungen in privater Hand nur
noch ein Drittel der Gesamtauflage. Die NSDAP-Presse druckte 13,2 Mio.
der 19,8 Mio. Zeitungen, die täglich in Deutschland erschienen.
Während des Krieges kam es 1941, 1943 und 1944 zu weiteren Aktionen, aus denen der NS-Pressetrust mit mehr als 80 % der Reichsauflage hervorging. Damit hatte der Staat wirtschaftlich und verlegerisch das deutsche Pressewesen ganz unter Kontrolle. Rebecca Lammers Literatur: |
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