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04. Oktober 1933
Gleichschaltung der Presse

   
Die Dortmunder SPD-Zeitung wird im Zuge der Gleichschaltung am 26.02.1933 verboten.

Die "Gleichschaltung" verschiedener staatlicher und gesellschaftlicher Institutionen war ein entscheidender Schritt auf dem Weg der Errichtung einer totalen Diktatur durch die Nationalsozialisten.

Gleichzeitig mit der Ausschaltung parlamentarischer Opposition durch das Ermächtigungsgesetz im März 1933 und der "Selbstgleichschaltung der Parteien" im Juni/Juli 1933 begannen die Nationalsozialisten schnell auch ein Monopol auf die öffentliche Meinung aufzubauen. Der Rundfunk, schon vor der Machtübernahme Staatsorgan, war ohne Probleme auf die nationalsozialistische Linie gebracht worden und war nun das wirkungsvollste Propagandamittel von Minister Goebbels. Schwieriger war es, die vielfältige deutsche Presselandschaft zu beherrschen. Die NS-Presse hatte zum Zeitpunkt der Machtübernahme einen nur verschwindend kleinen Anteil an der deutschen Presselandschaft, zu der rund 3.400 Tageszeitungen gehörten. Schon im Frühjahr 1933 übernahmen die NS-Verlage die Zeitungen ihrer sozialdemokratischen und kommunistischen Konkurrenz und am 04. Oktober 1933 wurde die deutsche Presse "gleichgeschaltet".

Mit dem sogenannten "Schriftleitergesetz" wurden Journalisten quasi zu öffentlichen Amtsträgern erhoben. Damit waren sie vom Weisungsrecht ihres Verlegers befreit, aber an die viel härtere Kandare des NS-Staates genommen: die Berufsausübung wurde von gesetzlich verordneter Konformität abhängig gemacht. Von der Reichsregierung wurde vorgeschrieben über was, wie und in welcher Form zu berichten war und über was nicht berichtet werden durfte. Die Sprachregelungen gingen ins letzte Detail.

Im April verfügte die Reichspressekammer die "Konzentration" der deutschen Presse. Dies bedeutete die Übernahme bürgerlicher Verlage durch die NS-Presse. Aufgekauft bzw. stillgelegt wurden auf diese Weise die Zeitungskonzerne von Huck, Girardet, Leonhardt und teilweise Hugenberg. Nach dieser Aktion betrug der Anteil der Zeitungen in privater Hand nur noch ein Drittel der Gesamtauflage. Die NSDAP-Presse druckte 13,2 Mio. der 19,8 Mio. Zeitungen, die täglich in Deutschland erschienen.

Gebäude der 1933 verbotenen kommunistischen Zeitung "Ruhr-Echo".
 

Während des Krieges kam es 1941, 1943 und 1944 zu weiteren Aktionen, aus denen der NS-Pressetrust mit mehr als 80 % der Reichsauflage hervorging. Damit hatte der Staat wirtschaftlich und verlegerisch das deutsche Pressewesen ganz unter Kontrolle.

Rebecca Lammers

Gleichschaltung der Presse

Literatur:
Wolfgang Benz: Konsolidierung und Konsenz 1934-1939 in: Ploetz. Das Dritte Reich. Herausgegeben von Martin Broszat und Norbert Frei. Freiburg, Würzburg 1983.
Broszat, Martin (Hg.): Das Dritte Reich im Überblick : Chronik, Ereignisse, Zusammenhänge. München 1996.
Klaus Hildebrand: Das Dritte Reich. Oldenburg Grundriss der Geschichte. München 1995.

     
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