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1950
Das "Wirtschaftswunder" in NRW


 
 
1953: Ausstellung in Düsseldorf.
Mit der Unterstützung des Marshall-Plans, der Währungsreform und den weltweit zunehmenden Verflechtungen gelang es Deutschland sich als Exportnation wieder einen Namen zu machen und zu behaupten. Die 50er Jahre waren durch einen schnellen Wiederaufbau und einer hohen Produktivität gekennzeichnet. Die Zuwanderung von Vertriebenen und Flüchtlingen aus den im Zuge des Krieges verlorenen Ostgebieten Deutschlands, sowie aus der sowjetischen Besatzungszone bedeuteten ein Arbeitskräftereservoir, dass bald aufgebraucht war und ab 1955 durch Gastarbeiter weiter ergänzt wurde. In Folge des steigenden Wohlstands nahmen die Arbeitslosenzahlen ab und die Löhne zu.

Arbeitslosigkeit von
1950-1984
Jahr
Bund
NRW
Ruhrgebiet

1950
1953
1956
1959
1962
1967
1969
1973
1975
1977
1979
1981
1984

10,3
7,5
4,0
2,4
0,7
1,6
0,6
0,9
4,4
4,1
3,3
5,4
9,1
4,8
3,6
2,2
1,7
0,5
1,9
0,7
1,1
4,5
4,8
4,5
6,5
10,7

-
-
-
-
 -
-
3,0
1,3
1,7
4,8
5,8
7,5
14,3

Veränderungen wurden nach dem einsetzenden Wirtschaftswunder besonders in Nordrhein-Westfalen und insbesondere im Ruhrgebiet deutlich. Die Konzentration lag im Revier auf der traditionellen Schwerindustrie, dem gegenüber stand der Aufbau einer konsumorientierten Gesellschaft nach dem Konzept von Ludwig Erhard. Erhard verfolgte mit seiner Strategie den Ausbau der Konsum- und Gebrauchsgüterindustrie.

Zunächst rangierte NRW noch an der Spitze der bundesweiten ökonomischen Leistungsfähigkeit und Produktion. Auch die Löhne lagen an Rhein und Ruhr bis zu zehn Prozent höher als der Bundesdurchschnitt. Der Schwerpunkt lag in NRW eindeutig in der Wiederherstellung der alten Produktionsgüterindustrie. Diese Industrien bedeuteten in der direkten Nachkriegszeit bis etwa Anfang und Mitte der 50er Jahre der Motor der gesamtdeutschen Industrie. 1945 war in der "Ruhr-Zeitung" als Überschrift "Kohle tut not" zu lesen:
"Was Deutschland zum Weiterleben braucht, ist Kohle und nochmals Kohle. Ob die Eisenbahnen fahren, die Hochöfen brennen, ob das Brot auf den Tisch kommt, ob die Fischdampfer ausfahren können, alles hängt davon ab, dass genug Kohle da ist."
Das oberste Gebot lautete: "Jeder Bergmann muss jetzt in die Zeche zurück."

 

Mit der zunehmenden Konsumorientierung bedeutete dieser Sektor jedoch eine Hemmung in der Zukunfts- und Konkurrenzfähigkeit des Standortfaktors NRW. Mehr und mehr trat NRW in den Hintergrund der deutschen Wirtschaftsbedeutung und die Schwerindustrie wurde unattraktiv für Investitionen. Andere Produktionszweige, die nach 1945 einen Boom erlebten, wie z.B. Elektrotechnik und Maschinen- und Fahrzeugbau, waren in NRW unterrepräsentiert.

Die erste Kohlekrise begann bereits 1958 mit einer rückläufigen Produktion und Belegschaft. Das Sterben des Reviers begann. 1957 waren noch 600.000 Bergarbeiter beschäftigt, 1969 nur noch 257.000. Konrad Adenauer erklärte 1959 die Ruhrkrise zum innenpolitischen Hauptproblem. Das ab diesem Zeitpunkt einsetzende Zechensterben setzt sich bis heute fort. In vielen Ruhrgebietstädten wurden mit einem Strukturwandel neue wirtschaftliche Impulse gesetzt und mit einer breit gefächerten Hochschullandschaft und der Ansiedlung von neuen Technologien Anreize geschaffen.

Steinkohlenbergbau in der Bundesrepublik -Förderung und Beschäftigte-
Jahr
Ruhr
Saar
Revier Aachen
Ibben-
büren
Förderung insgesamt
Beschäftigte
insgesamt (in 1000)
1957
1960
1965
1970
1971
1972
1973
1974
1975
1976
1977
1978
1979
1980
1981
1982
1983
1984
1985
1986
123.2
115.5
110.9
 91.1
 90.7
 83.3
 79.8
 78.3
 75.9
 72.8
 68.1
 67.1
 68.7
 69.2
 70.0
 70.2
 64.6
 61.2
 64.0
 62.8
16.3
16.2
14.2
10.5
10.7
10.4
  9.2
  8.9
  9.0
  9.3
  9.3
  9.3
  9.9
10.1
10.8
11.0
10.0
10.3
10.7
10.4
7.6
8.2
7.8
6.9
6.6
6.3
6.0
5.8
5.7
5.4
5.2
5.0
5.0
5.1
4.9
5.0
4.8
5.1
4.7
4.8
2.3
2.4
2.2
2.8
2.8
2.5
2.3
1.9
1.8
1.8
1.9
2.1
2.2
2.2
2.2
2.2
2.3
2.3
2.4
2.3
149.4
142.3
135.1
111.3
110.8
102.5
  97.3
  94.9
  92.4
  89.3
  84.5
  83.5
  85.8
  86.6
  87.9
  88.4
  81.7
  78.9
  81.8
   80.3
607.3
490.2
377.0
252.7
244.4
220.6
204.5
204.9
202.3
196.4
192.0
183.8
182.3
186.8
188.0
185.1
178.8
169.2
166.2
164.1

 

     
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