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20. Juni 1948
Deutschland besaß nach dem verlorenen Krieg keine funktionsfähige Währung mehr. Der Schwarzmarkt florierte und der Tauschhandel kam zu neuen Ehren: als "Währung" fungierten Schokolade, Kaffee und Zigaretten. Seit Januar 1946 gab es deshalb Überlegungen der Amerikaner über eine gesamtdeutsche Währungsreform. 1946 ersetzte in den Westzonen die neu gegründete Landeszentralbank die Reichsbank und 1948 wurde die Bank deutscher Länder gegründet. Doch die Sowjets hatten der Währungsreform über alle Zonengrenzen hinweg schon Ende 1946 eine Absage erteilt. Da eine gemeinsame Währung aller Besatzungszonen scheiterte, wurde am 20.6.1948 nur im Westen die Deutsche Mark mit dem "Ersten Gesetz zur Neuordnung des Geldwesens" eingeführt. Die ersten Banknoten wurden noch in den USA gedruckt, deshalb erinnern sie in ihrem Aussehen entfernt an den Dollar. Seit Oktober 1947 wurden in Washington und New York D-Mark produziert - ohne die Angabe der Ausgabebehörde und- ort und ohne Unterschrift auf den Scheinen, um die Noten gegebenenfalls doch noch in allen Zonen in Umlauf bringen zu können. In 23.000 Kisten kam das neue Geld per Schiff nach Bremerhafen und wurde von dort aus in acht Sonderzügen nach Frankfurt weiter transportiert. Dort waren die Noten zunächst im Keller eines Reichsbankgebäudes eingelagert und wurden dann unter militärischer Bewachung auf LKW´s zu den rund 200 Zweigstellen der elf westdeutschen Landesbanken verschickt. Am 18. Juni wurde die bevorstehende Währungsreform im Radio der Bevölkerung bekannt gegeben. Sparer wurden enteignet, Löhne, Gehälter und Mieten waren ab sofort eins zu eins zu zahlen. Daraufhin versuchten alle, das bald wertlose alte Geld loszuwerden: sinnlose Käufe wurden getätigt und alles was zu verkaufen war, fand einen Käufer. Jeder Bürger erhielt am 20.6.1948 gegen 60 Reichsmark im Umtausch 40 Deutsche Mark. Zwei Monate später wurden noch mal 20 DM pro Kopf ausgegeben. Die neue Währung wurde sofort akzeptiert: über Nacht waren die Schaufenster der Geschäfte wieder voll mit - offensichtlich zuvor gehorteten - Waren. Vier Tage nach der Währungsunion in den Westzonen zog die SBZ nach und gab die Ostmark aus. Obwohl die Zonengrenzen dicht gemacht wurden, fluteten in dieser kurzen Zeit alte Reichsmark aus den Westzonen in die Ostzone. Getauscht wurde hier eine Reichsmark gegen eine Ostmark, wobei die alten Geldscheine einfach mit Kupons beklebt wurden. Diese Praxis führte zu dem abschätzigen Namen "Tapetenmark". Sparguthaben wurden gestaffelt umgetauscht und nicht einfach entwertet, wie im Westen. In ihrer Bedeutung für die Menschen im Westteil des zerstörten Nachkriegsdeutschland kann die Einführung der D-Mark wohl kaum überschätzt werden. Sie ist als ein eindrücklicherer Neubeginn empfunden worden als die Gründung der Bundesrepublik rund ein Jahr später. Und gemeinsam mit der Marktwirtschaft und dem Marshallplan legte die Währungsreform den Grundstein für das deutsche "Wirtschaftswunder". Rebecca Lammers Literatur:
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