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20. September 1978
Johannes Rau wird Ministerpräsident von
NRW
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Johannes Rau.
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Mitten in der dritten sozial-liberalen
Regierungszeit in Nordrhein-Westfalen trat Heinz
Kühn, der die Regierungsgeschäfte seit 1966 geführt
hatte, aus gesundheitlichen und politischen Gründen zurück.
Als Nachfolger konnte sich sein Wissenschaftsminister und SPD-Landesvorsitzender
Johannes Rau durchsetzen.
Ein Sonderparteitag nominierte Rau und die FDP sicherte ihre Unterstützung
zu. Am 20.September 1978 wurde er schließlich von sämtlichen
104 Abgeordneten der SPD und FDP im Düsseldorfer Landtag zum neuen
Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt.
1980 musste Rau sich erstmals als Ministerpräsident
den Wählern stellen. Auf Anhieb holte er die absolute Mehrheit der
Landtagsmandate, fünf Jahre später auch die der Wählerstimmen.
1990 wiederholte er diesen Erfolg. 1995 verlor die SPD die absolute Mehrheit
und Rau musste mit den Grünen koalieren. In seinen 20 Jahren als
Ministerpräsident hat Rau, der die Parteianrede "Genosse"
nicht mag und wegen seiner engen kirchlichen Bindung "Bruder Johannes"
genannt wird, das bis dahin unterentwickelte "Wir-Gefühl"
in Nordrhein-Westfalen gestärkt. Er war den Rheinländern und
Westfalen ein wahrer "Landesvater".
Rau galt als der große Integrator in seiner Partei. Der Sohn eines
Predigers, ausgebildeter Buchhändler und zeitweilig Journalist, ist
in der SPD seit langen Jahren ein "Mann für höchste Ämter".
Auf Bundesebene blieben Rau aber zunächst ähnliche Erfolge wie
in seiner Heimat verwehrt. 1987 scheiterte sein Versuch, Bundeskanzler
zu werden. Auch sein Anlauf für das Amt des Bundespräsidenten
gelang 1994 nicht. 1999 schaffte er es dann doch noch. Nachdem er sein
Amt in NRW abgegeben hatte erhielt er ein neues: Johannes Rau wurde Bundespräsident.
Johannes Rau kann auf viele Superlative politischer
Langlebigkeit verweisen: Dienstältester amtierender Ministerpräsident,
mit Abstand am längsten amtierendes Mitglied des nordrhein-westfälischen
Landtags, mehr als 10.000 Tage am Düsseldorfer Kabinettstisch. Nach
fast 20 Jahren als Regierungschef übergab der 67jährige 1998
sein Amt an seinen "Kronprinzen" Wolfgang
Clement.
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