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7. März 1971
Die Sendung mit der Maus

 
Pressetext zur ersten Sendung mit der Maus
am 7. März 1971

Am 7. März 1971 fängt mit dem ersten Fernsehmagazin für Kinder, den "Lach- und Sachgeschichten" ein neues Fernsehzeitalter an. Das Format hat sich bis heute wenig geändert: Im Mittelpunkt stehen kurze Filmbeiträge, die den Alltag spannend, kindgerecht und hoch informativ darstellen. Bildergeschichten, Musikstücke und Zeichentrickfilme bilden eine unterhaltsame und temporeiche Mischung, die bis heute nicht an Elan und Attraktivität verloren hat.

Am 10. März tritt zum ersten Mal die orange, pfiffige und beliebteste Maus der deutschen Fernsehgeschichte auf. Ihre Popularität ist so groß, dass sie der Sendung ab dem 23. Januar 1972 ihren Namen gibt, nämlich: "Die Sendung mit der Maus". Sie tritt in der Rolle des Taktgebers für die Beiträge der Sendung und gleichermaßen als Moderator auf, obwohl sie nie etwas sagt. Aber sie hat einen schier unerschöpflichen Vorrat an Ausdrucksmöglichkeiten durch Geräusche und nonverbalen Verhaltensweisen. Sie klappert mit den Augen, schnüffelt vielsagend und findet, so ihr Zeicher, Friedrich Streich, immer ihre eigene unkonventionelle und überraschende Lösung.

Dabei galt bei der Premiere 1971 eigentlich, nach dem "Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit", noch wie für das Kino eine Altersbeschränkung. Ferngesehen durfte erst ab 6 Jahren. Pädagogen und Psychologen vertraten in den 50er und 60er Jahren die These, dass Film und Fernsehen Augen- und Haltungschäden hervorrufe sowie die geistige, seelische und soziale Entwicklung von Kindern auf das schwerste schädigen können, unabhängig von den Inhalten der Sendungen oder Filme. Die Realität holte diese Annahmen schnell ein. Allerdings dominierten im Bereich des Kinderfernsehens Tierfilme oder Rate-, Bastel- bzw. Liedersendungen. Später kamen gelegentlich Klassiker wie die "Augsburger Puppenkiste" oder Märchenfilme aus meist tschechischen Produktionen hinzu.

Die "Lach- und Sachgeschichten" der ARD revolutionieren das Kinderfernsehen. Kinder werden ernst genommen. Inhalte werden ernsthaft journalistisch aufbereitet. Nicht nur Märchen- und Fantasiewelten bestimmen den Inhalt, sondern vor allem die Realität des Alltags. Sachgeschichten von A wie Aalfang oder Atomkraftwerk bis hin zu Z wie Zeppelin oder Zylinder werden kindgerecht dargestellt. Der Erfinder der Sendung, Gert K. Müntefering, war damals Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk. Er orientierte das Format der Sendung mehr an der Medienpraxis als an der damaligen Medienpädagogik. Seine Vorbilder entstammen amerikanischen Fernsehmagazinen und der Werbung. Die Schnitte der Filmbeiträge sind kurz, der Bezug zu den Bildern direkt und die Sprache einfach. Der Produktionsaufwand ist sehr hoch. Aufnahmen mit Hochgeschwindigkeitskameras oder dem Elektronenmikroskop bis hin zu Zeitrafferaufnahmen werden zum ersten Mal bei Kindersendungen im deutschen Fernsehen eingesetzt.

Die Maus hat in nunmehr 30 Jahren Fernsehen Geschichte geschrieben. Im Laufe der Zeit hat sie viele Helfer zur Seite bekommen. Seit dem 23. Februar 1975 begleitet der kleine blaue Elefant die Maus. Am 2. Januar 1987 kam die gelbe Ente hinzu und seit dem 6. Oktober 1991 unterstützen "Käpt'n Blaubär", seine drei Enkel und die Schiffsrate "Hein Blöd" die Maus bei ihrer Arbeit. Ein extraterrestrischer Höhepunkt stellte die Teilnahme der Maus als Gast-Astronaut an der Weltraummission MIR 92 am 29. März 1992 dar. Über 30 nationale und internationale Film- und Fernsehpreise hat die "Sendung mit der Maus" bisher gewonnen, darunter auch den Grimme-Preis in Gold. Bundespräsident Herzog verlieh im Oktober 1995 den Regisseuren Armin Maiwald und Christoph Biemann das Bundesverdienstkreuz.

Eine ganz wichtige Frage aller kleinen und großen Mausfans ist seit Jahren, seit wann hat Christoph (Biemann) sein berühmtes grünes Sweat-Shirt an. Hier sei das Geheimnis gelüftet: Seit dem 27. März 1988.

Quellen und Literatur:

Sonntags 11:30 Uhr ARD
25 Jahre "Die Sendung mit der Maus". Hrsg. WDR Pressestelle. Köln 1996.
Stötzel, Ulf: Das Magazin "Die Sendung mit der Maus". Wiesbaden 1990.

Links:

www.wdr.de
www.sendung-mit-der-maus.de

     
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