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Die
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22. Dezember 1945
Kohle und Stahl unter alliierter Kontrolle
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Ein englischer Soldat heftet
die Beschlagnahmeverfügung an das Werkstor einer Schachtanlage
im Ruhrgebiet.
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Die Montanindustrie stand als klassische Rüstungsindustrie
natürlich unter der besonderen Kontrolle der alliierten Siegermächte. Das
Ruhrgebiet, von Hitler als Waffenschmiede der Nation propagandistisch aufgewertet,
stand im Zentrum der Aufmerksamkeit der Besatzer. Am 22. Dezember 1945 wurde
der Kohlebergbau von der Militärregierung beschlagnahmt, am 20. August 1946
die Eisen- und Stahlindustrie. Demontage, Entflechtung und Produktionsbeschränkungen
waren die Maßnahmen der Alliierten für eine Umwandlung der deutschen Industrie
in eine Friedensproduktion. Für die Stahlerzeugung war gemäß des Potsdamer
Abkommens eine Jahresmenge von 5,8 Mio. Tonnen für 1946 festgelegt worden.
1947 wurde die Quote in der amerikanischen und britischen Zone auf 10,7
Mio. Tonnen aufgestockt.
Produktionsbeschränkungen galten nicht für den Bergbau, da Deutschland und
ganz Europa unter Kohlenmangel litt. Die unterirdischen Anlagen des Bergbaus
waren nicht so stark von der Zerstörung betroffen wie etwa die Stahlproduktion.
Die Kohleförderung wurde deshalb schon bald wieder aufgenommen, z.B. förderte
die Zeche Consol in Gelsenkirchen schon am 7.Mai 1945 wieder Steinkohle.
Allein durch die Entflechtungsmaßnahmen der Alliierten wurden die Zechen
beeinträchtigt. Besonders die Verflechtung zwischen kohle- und stahlproduzierender
Industrie sollte aufgehoben werden.
Auch nach der Gründung der Bundesrepublik wollten sich die Westalliierten
eine Kontrolle der deutschen Wirtschaft nicht nehmen lassen. Besonders die
Franzosen machten ein großes Sicherheitsbedürfnis gegenüber dem Nachbarn
geltend. Am 17. Januar 1949 wurde das "Militärische Sicherheitsamt für die
Westzonen Deutschlands" zur Überwachung der Industriebetriebe eingerichtet.
Das Motiv waren sicherheitspolitische Erwägungen (Der allgemeine Aufschwung
der deutschen Wirtschaft sollte nicht zu neuem Kriegspotential führen.)
und wirtschaftspolitische Ziele (Schutz vor der deutschen Konkurrenz auf
dem Weltmarkt). Dieselbe Intention stand hinter der Schaffung einer internationalen
Ruhrbehörde am 28. April 1949, die die Montanproduktionen Deutschlands kontrollieren
sollte.
Literatur:
Carsten Lüders: Das Ruhrkontrollsystem. Entstehung und Entwicklung im
Rahmen der Westintegration Westdeutschlands 1947-1950, Frankfurt 1988.
Wolfram Köhler: Nordrhein-Westfalen, fünfzig Jahre später: 1946-1996,
Essen 1996.
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