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Arbeitsmigranten aus Korea

Weniger bekannt als die typischen Gastarbeiter aus dem europäischen Raum, sind Arbeiter aus Korea. Sie sind auch in den 60er Jahren für deutsche Bergwerke angeworben worden. Anfang der 60er Jahre wurden Zeitungsannoncen in Korea geschaltet, mit dem Gesuch nach Bergarbeitern für Steinkohleförderung im Ruhrgebiet. Die gemeinsame Erfahrung der Teilung im Zeichen des Kalten Krieges, bedeuteten eine Verbindung und Gemeinsamkeit.

Das Auswahlverfahren sah vor allen Dingen ein gutes Allgemeinwissen vor. So bestanden von tausend Bewerbern in Seoul nur jeder fünfte. Die Kenntnisse über die Grubenarbeit spielten eher eine untergeordnete Rolle. Ein Großteil der Bewerber wies sogar eine akademische Ausbildung auf und waren u.a. Ingeneure, Lehrer oder Offiziere.
Die besten Bewerber mussten sich einem gründlichen Gesundheitsscheck unterziehen, mehrmonatige Praktika absolvieren und Grundkenntnisse der Deutschensprache erlernen. Erst im Dezember 1963 waren die Vorbereitungen beendet und die ersten unter Vertrag genommenen Arbeiter flogen von Seoul nach Düsseldorf. Die ersten 180 Männer wurden über drei verschiedene Kohlereviere verteilt: Aachen, Castrop-Rauxel und Duisburg.

Die koreanischen Arbeiter arbeiteten hart, einerseits um für die Heimat an Ansehen zu gewinnen, aber andererseits um den südkoreanischen Kontrolleuren keinen Grund zur Verärgerung zu geben. Ein hoher moralischer Druck gegenüber dem Heimatland herrschte, der die Arbeiter zu enormen Anstrengungen und Arbeitseifer veranlasste.

Als eine weitere Gruppe folgte ab Herbst 1966 koreanische Krankenschwestern für das Rheinland. Insgesamt kamen in den 60/70er Jahren etwa 8.000 Bergarbeiter und 10.000 Krankenschwestern bzw. Pflegehelferinnen nach Deutschland.

Korea verzeichnete selbst ab Mitte/Ende der 60er Jahre enorme Entwicklungstendenzen und die Hälfte der Südkoreaner verließ Deutschland wieder. Viele von ihnen haben Deutschland als ein freundliches Land erlebt. Diejenigen, die in Deutschland blieben sagen, dass sie nach und nach deutsche Sitten und Gebräuche übernahmen. Die meisten in Deutschland Verbliebenen leben heute in Nordrhein-Westfalen, besonders im Ruhrgebiet.

Mit dem zunehmenden Wohlstand in Südkorea in den 80er und 90er Jahren kamen auch vermehrt Studenten und Geschäftsleute nach Deutschland. Heute leben über 22.000 Südkoreaner und 1.700 Nordkoreaner in Deutschland. Von denen ist jeder fünfte an einer deutschen Hochschule eingeschrieben.

Ina Schaefer


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