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16.Mai 1945 Der Nationalsozialismus sollte in Deutschland ausgerottet werden, das gehörte zu den erklärten Zielen der Alliierten, die Stalin, Roosevelt und Churchill schon auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 verkündet hatten. Ein wesentliches Problem war dabei die Verfahrensweise mit dem übriggebliebenen Personal des "Dritten Reiches" nach der rechtlichen und institutionellen Zerschlagung aller nationalsozialistischer Organisationen. Die Entnazifizierung war eine Säule bei der Umgestaltung Deutschlands durch die Alliierten und beinhaltete:
Schon vor Kriegende begann in den besetzten und eroberten Gebieten die Jagd auf die führenden Köpfe der Nationalsozialisten. Ihre Anhänger aus den Ämtern zu verdrängen gestaltete sich ungleich schwieriger und war auch teilweise gar nicht gewollt. Die Entnazifizierung wurde in jeder Besatzungszone unterschiedlich gehandhabt. In der SBZ war die Entnazifizierung ein Mittel zur Umstrukturierung der Gesellschaft und der Ausschaltung der Klassengegner. Die Franzosen gingen den reinen Verwaltungsweg unter dem Gesichtspunkt der politischen Zweckmäßigkeit. Am strengsten wurde die Entnazifizierung von den Amerikanern in Bayern durchgeführt. Etwa 2/3 der Bevölkerung war von den Verfahren betroffen. Allerdings begann man mit den geringer Belasteten und brach die Verfahren im März 1948 abrupt ab, was allgemein als Ungerechtigkeit begriffen wurde: "Die Kleinen hängt man, die Großen läßt man laufen." In der britischen Zone wurde vor dem Hintergrund des Aufbaus einer effizienten Kommunalverwaltung entnazifiziert. Hier wurden bis zu Beginn 1947 im Rahmen der Entnazifizierung 68.500 Menschen in Internierungslager gebracht, von denen rund 34.000 wegen der anfänglichen Fehleinschätzung, jeder Parteigenosse sei auch ein gefährlicher Nationalsozialist, wieder auf freien Fuß gesetzt werden mußten. Um aktive und überzeugte Nationalsozialisten aus allen Zweigen des öffentlichen Lebens zu entfernen, wurden von den Alliierten Fragebögen in Umlauf gebracht und jede Neueinstellung in der Verwaltung mußte von der Militärregierung genehmigt werden. In der britisch besetzten Zone werteten rund 300 Offiziere diese Bögen aus. Danach wurde ohne Anhörung der Betroffenen und unter Ausschluß der Öffentlichkeit die Einstufung in folgende Kategorien vorgenommen:
Erst Ende 1945 wurden Deutsche im Rahmen der Entnazifizierungsausschüsse an den Verfahren beteiligt. Deutsche NS-Gegner hatten aber zumeist eine genaue Vorstellung, wie die Entnazifizierung verlaufen sollte. Einig waren sich die politischen Gruppen darüber, wie wenig die reine Mitgliedschaft in der Partei aussagte. Der konservative Flügel wollte nur die exponierten Nazi-Funktionäre aus dem Partei-, Propaganda- und Terrorapparat bestrafen. Nicht die politische Unterstützung der Nationalsozialisten erschien ihnen bestrafenswert, sondern die Differenzierung zwischen "anständigen" und "unanständigen" Nazis sollte die Entscheidung bringen. Die Sozialisten dagegen sahen in der Entnazifizierung die Möglichkeit des demokratischen Neuaufbaus von Staat und Gesellschaft, der eine Ausschaltung der alten Machteliten, die Nutznießer des NS-Regimes gewesen waren, vorangehen müsse. Im Unterschied etwa zu Italien und Frankreich hat es in Deutschland niemals Selbstjustiz gegeben. Die Abrechnung mit den Nationalsozialisten sollte in geregelten Bahnen verlaufen. Dennoch gab es deutsche Eigeninitiative bei der Entnazifizierung, wie der Fall des Arnsberger Regierungspräsidenten Fries zeigt. Am 16. Mai 1945 ordnete Regierungspräsident Fritz Fries - unter Duldung der Militärregierung - die sofortige Entlassung der "Alten Kämpfer" aus dem öffentlichen Dienst an. Diese nationalsozialistischen Aktivisten waren 1933 ins Amt gekommen. Die Eroberung der Rathäuser nach der Machtergreifung hatte den Nazis als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme gedient. In seiner Verfügung veranlaßte Fries die Entlassung aller Beamten und Angestellten, die vor dem 30. Januar 1933 Mitglied der NSDAP waren, und stellte auch die Zahlung von Pensionen etc. an die "Alten Kämpfer" und deren Hinterbliebenen ein. Literatur: |
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