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29. November 1949
Demontagen an Rhein und Ruhr

 
Wandparolen in Bochum gegen geplante Demontagen, Januar 1949.

Demontagen von Industrieanlagen, d.h. Abbau und Abtransport in ein anderes Land, waren Teil der Reparationsleistungen Deutschlands an die Alliierten. In NRW, das zur Britischen Besatzungszone gehörte, sollten hauptsächlich die Rohstahlproduktion und die Produktion im Werkzeugmaschinenbau stark eingeschränkt werden. Es kam aber nicht zu einer systematischen Demontage, da die Sowjetunion ihrem Versprechen, Nahrungsmittel in die westlichen Besatzungszonen zu liefern, nicht nachkam und deshalb die britische Militärregierung zunächst bestrebt war, die Produktion zu erhöhen, um durch Exportgewinne Nahrungsmittel kaufen zu können.

Nach der Zusammenlegung der britischen und der amerikanischen Zone zur Bi-Zone wurde der Industrieplan revidiert und am 16. Oktober 1947 den Landesregierungen eine endgültige Demontageliste übergeben. In NRW sollten 292 Betriebe demontiert werden.

Ganze Produktionsanlagen wurden als Entschädigung in Länder verschickt, die von Deutschland während des Zweiten Weltkrieges besetzt worden waren. Allerdings liefen die meisten Demontagen nur auf Zerstörung hinaus, die wenigsten Anlagen wurden in den betreffenden Ländern tatsächlich eingesetzt. Zum Teil waren die Demontagen deutscher Produktionseinheiten auch ein Mittel ausländischer Firmen, konkurrierende deutsche Betriebe zu schwächen.

Demontagestopp in Gelsenberg, 1949.
 

Den deutschen Behörden gelang es, so lange auf Zeit zu spielen, bis sich das sich abzeichnende Umdenken im amerikanischen Lager im Marschall-Plan manifestierte. Auch die von den Demontageplänen betroffenen Betriebe leisteten passiven Widerstand - unterstützt von ihren Belegschaften. Versuche, Ausnahmegenehmigungen zu erhalten wurden ebenso unternommen wie Public Relations-Aktionen an den amerikanischen Kongress und die Steuerzahler. So konnten z.B. Henkel und Mannesmann Produktionsanlagen retten.

Mit dem Petersberger Abkommen 1949 wurden die Demontagen in NRW gestoppt. Viele kleinere Betriebe und die wertvollsten Produktionsanlagen wurden so vor dem Abbau bewahrt.

Rebecca Lammers

 

 

Literatur:
Martina Köchling: Demontagepolitik und Wiederaufbau in Nordrhein-Westfalen, Essen 1995.
Dietmar Petzina (Hg.): Wirtschaftpolitik im britischen Besatzungsgebiet 1945-1949, Düsseldorf 1984

 

     
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