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Die
Ausstellung |
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11.Mai 1952
Der Tod des Demonstranten Philipp Müller bei
der Bundesjugendkarawane Essen
Als am 11. Mai 1952 Jugendliche aus ganz Deutschland in Essen eintrafen,
um mit der "Bundesjugendkarawane" gegen die Schaffung einer Armee zu demonstrieren,
erfuhren sie per Lautsprecherdurchsage, dass die Demonstration von den
Behörden verboten worden war. Begründet wurde dies damit, dass die Sicherheit
der Veranstaltung nicht gewährleistet sei, weil gleichzeitig ein internationaler
Kongress der Christlichen Arbeiterjugend in Essen abgehalten wurde. Man
befürchte das Aufeinanderprallen der verschiedenen Denkrichtungen, hieß
es weiter. Der eigentliche Grund war jedoch, dass die seit dem 26. Juni
1951 verbotene FDJ der Veranstalter war. Arnold Haumann, der die Genehmigung
bei der Essener Stadtverwaltung beantragt hatte, galt nur als Strohmann.
Trotz des Verbotes versammelten sich die Demonstranten gegen Mittag vor
dem Eingang der Gruga. Als die Polizei die Versammlung auflösen wollte,
kam es zu schweren Auseinandersetzungen, in deren Verlauf Demonstranten
und Polizisten verletzt und der 21jährige Philipp Müller von einer Kugel
tödlich getroffen wurde.
Der Münchner Arbeiter Philipp
Müller war 1948 in die Freie Deutsche Jugend (FDJ), die Jugendorganisation
der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), eingetreten und seither
gewerkschaftlich engagiert. 1950 nahm er an dem Pfingsttreffen und dem
III. Parteitag der SED in Ost-Berlin teil. 1951 fuhr er zu den 1.-Mai-Feiern
und zu den III. Weltjugendfestspielen ebenfalls nach Ost-Berlin. Im gleichen
Jahr heiratete er Ortrud Voß, die er während des Pfingsttreffens kennengelernt
und mit der einen Sohn hatte. 1952 starb er bei der Demonstration in Essen
an der Schussverletzung.
Während KPD die Polizei als "Mörder" anprangerte, wies
die Polizei darauf hin, dass die Demonstranten nicht nur Steine geworfen,
sondern auch von Schusswaffen Gebrauch gemacht hätten. Das Dortmunder
Landgericht bestätigte schließlich mit seinem Urteil gegen elf Demonstranten
am 20. Oktober 1952, dass die Polizeibeamten in Notwehr gehandelt hätten.
Maria Wego
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