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15. August 1248
Der Kölner Dom, das Wahrzeichen der Stadt.

 
 
Grundriss des Kölner Doms.

Der Kölner Erzbischof und Reichskanzler Rainald Dassel (1159-1167 Erzbischof) brachte 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige nach Köln, Anlass genug eine Kathedrale zu bauen. Es sollte das größte Bauwerk nördlich der Alpen werden. So entstand die größte Wallfahrtskirche in Europa. Heute ist sie die drittgrößte Kirche der Welt mit 157,38 m, nach der Moschee von Casablanca in Marokko mit 172 m und dem Ulmer Münster mit 162 m. Doch auch schon vor den Gebeinen der Heiligen Drei Könige war Köln mit einer Vielzahl an Reliquien ausgestattet und gehörte zu den bedeutenden Wallfahrtsorten in Europa.

Die Anfänge des Domplatzes gehen bereits auf die Römer zurück. Der Platz gehörte zu der Nordostecke der Legionsstadt Colonia Agrippina. Schon zu dieser Zeit gab es eine Vielzahl an Tempeln, Heiligtümern, Weihe- und Kultstätten. Um 300 n.Chr. wurde dort vom Kölner Bischof Maternus die erste christliche Kirchenanlage gebaut.

 
Der Kölner Dom bei der zweiten Grundsteinlegung am 04. September 1842.
 

Erzbischof Konrad von Hochstaden legte am 15. August 1248 den Grundstein zum gotischen Dom von Köln. Für die offizielle Bezeichnung wurde der Name, Hohe Domkirche Sankt Peter und Santa Maria gewählt. Die unvorstellbaren Dimensionen dieses Baus sahen eine sehr langfristige Planung und Bauphase vor. Bevor nun mit dem Bau des Domes begonnen werden konnte, wurde der Alte von 858 abgerissen. Der Brandabbruch misslang, denn nicht das ganze Gebäude sollte zerstört werden. Das Feuer geriet jedoch außer Kontrolle und das alte Gebäude wurde durch das Feuer fast vollständig zerstört. Der Westflügel wurde provisorisch wieder hergestellt, damit man die Messe feiern konnte. Nach französischem Vorbild begann nun auf der Ostseite der Neubau. Von Albertus Magnus wurde 1277 der Altar der Domsakristei eingeweiht. 1322 konnte der Chor eingeweiht werden. Hohe Strebepfeiler und Strebebögen, die große Fenster ermöglichten, kennzeichneten die gotische Bauweise.Die Bauarbeiten wurde bis 1560 weiter geführt und mussten dann aus Mangel an Kapital und Interesse der Bürger beendet werden. Der Enthusiasmus der ersten Jahrhunderte war erloschen.

Mit dem Einzug der Franzosen und der Besitznahme des ganzen linken Rheinufers 1794 veränderte sich auch das Leben in der Domstadt. Der Gottesdienst wurde verboten und der Dom wurde von Revolutionären geplündert. Der Domschatz konnte jedoch in Sicherheit gebracht werden. Dazu gehört auch eines der Prunkstücke, der Schrein des 1225 ermordeten Erzbischofs Engelbert von Berg. Die Inneneinrichtung wurde als Brennholz genutzt und der Dom selbst zum Lagerraum umfunktioniert. 1801 schloss Napoleon Bonaparte mit dem Papst ein Konkordat. Daraufhin konnte im Dom wieder die "Heilige Messe" gefeiert werden und er wurde erneut zum Gotteshaus geweiht.

Im Laufe der Zeit wuchs wieder die Akzeptanz und der Stolz der Menschen für das außergewöhnliche Bauwerk. 1815 setzte sich Goethe nach einem Besuch in Köln für die Restaurierung des Domes ein und nannte den Dom 1824:
"das tüchtigste, großartigste Werk, das vielleicht je auf Erden gegründet worden sei".
Mit neuer Begeisterung wurde 1842 der Bau wieder aufgenommen.

Das innere des Doms konnte 1863 fertiggestellt werden, die beiden Türme, die schon von weitem die Stadt zu erkennen geben, erst 1880. Der Nordturm war damals mit 157,38 m das höchste Bauwerk der Erde und überragte den Südturm nur um 7cm. Damit wurde der Dom erst 600 Jahre nach der Grundsteinlegung fertiggestellt. Allein von 1842 bis 1880 wurden für den Bau 6.270.763 Taler ausgegeben. Der Staatszuschuss betrug bis 1863 über 50 %. Finanziert wurden die neuen Baumaßnahmen von der preußischen Staatskasse und dem von vielen Kölner Bürgern gegründeten Zentral-Dombau-Verein. Die alten Pläne wurden mit modernen Techniken und neuen Möglichkeiten ergänzt. Hölzerne wurden durch eiserne Konstruktionen ersetzt.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Kölner Dom von 14 Sprengbomben getroffen und stark beschädigt. Der Innenraum wurde erst 1956 wiederhergestellt. Bis heute wird der Dom als die ewige Baustelle betitelt. Für den Bau des Kirchenschiffs wurde seit 1842 grobkörniger Sandstein verwendet, der besonders verwitterungsanfällig ist. Zusätzlich zu dem zunehmenden Giftgasausstoß beschleunigen auch Regen, Wind, Frost und Sonneneinstrahlung den Zerfall. Das Bundesforschungsministerium fördert seit 1983 mit 100 Millionen die Instandsetzung. Spenden, Domkollekte und die Dombaulotterie tragen zur weiteren Finanzierung bei. Früher kamen 20.000 Pilger im Jahr, heute besuchen täglich bis zu 20.000 Touristen aus aller Welt den Dom. Und mit ca. fünf Millionen Besuchern gehörte er 1999 zu der bedeutendsten Attraktionen Deutschlands. Zur 750-Jahr-Feier wurde der Dom offiziell in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Auszug aus Heinrich Heines Wintermärchen (1844):

Doch siehe! Dort im Mondenschein
Den kolossalen Gesellen!
Er ragt verteufelt schwarz empor,
Das ist der Dom von Cöllen.

Er sollte des Geistest Bastille sein,
Und die listigen Römlinge dachten:
In diesem Riesenkerker wird
Die deutsche Vernunft verschmachten!

Da kam der Luther, und er hat
Sein großes "Halt!" gesprochen -
Seit jenem Tage blieb der Bau
Des Domes unterbrochen.

Auszug aus Friedrich Rückerts Der hohe Dom zu Köln (um 1816):

Der hohe Dom zu Köln!
Ein Denkmal alter Zeit
Der deutschen Herrlichkeit,
Im Alter längst ergraut,
Und noch nicht ausgebaut,
Der hohe Dom zu Köln!

Der hohe Dom zu Köln!
Der Meister, der´s entwarf,
Baut es nicht aus und starb;
Niemand mocht´sich getraun,
Seitdem ihn auszubaun,
Den hohen Dom zu Köln.

Literatur:
Klein, Adolf: Der Dom zu Köln. Die bewegte Geschichte seiner Vollendung. Köln. 1980
Dietmar, Carl u.a.: Der Kölner Dom. Bilder und Geschichten einer Kathedrale. Köln. 1997
Scheider, Wolfgang. Der Kölner Dom. Wie die Deutschen zu ihrem Weltwunder kamen. Hamburg. 1991

Internetlinks:
http://www.koelner-dom.de

     
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