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25. Dezember 800
Karl der Große aus dem Geschlecht der Karolinger, lateinisch Carolus Magnus, französisch Charlemagne (747-814) war König der Franken (768-814) und römischer Kaiser (800-814). Karl wurde durch Papst Leo am 25.12.800 in Rom zum Kaiser gekrönt und war damit der erste westliche Kaiser nach Konstantins Umzug nach Byzanz vierhundert Jahre zuvor. Dies war der Höhepunkt seiner Laufbahn und hat sicherlich zu den übermenschlichen Zügen des Herrscherbildes in der Karlstradition beigetragen. Die Bestandteile seines Idealbildes waren seine Züge als gerechter Herrscher, als Kämpfer für das Christentum und Beschützer der Kirche, als Gründer sowohl des Heiligen Römischen Reiches als auch des französischen Königreiches. In seiner Eigenschaft als Gesetzgeber wurde er ebenso wie als Gründer zum vorbildlichen Vater von kirchlichen und städtischen Einrichtungen. Nahezu alle bedeutenden Geschlechter machten ihn zu ihrem Urahnen. Karl wurde als Sohn des fränkischen Hausmeiers und späteren Königs Pippin 747 geboren. Mit seinem jüngeren Bruder Karlmann teilte er sich zunächst die Herrschaft über das Reich, ging aber bald ein Bündnis mit dem König der Langobarden ein und isolierte so seinen Bruder politisch. Mit dem Tod Karlmanns 771 stellte er die Reichseinheit wieder her. Nach Gebietserweiterungen u.a. um das Langobardenreich, Bayern und Sachsen, bei der militärische Aktionen mit der Ausbreitung des Christentums in Verbindung standen, war die dauerhaft angelegte Einheit seines Reiches Karls vorrangiges Ziel. Karl bewegte sich als Beschützer der Kirche und des Papstes in den Fußstapfen seines Vaters. Der Krieg gegen die Langobarden, den Karl aufgrund des Hilferufs Papst Hadrian I. führte, ist ein Indiz dafür. Er zog nach Italien und machte sich, nach dem Sieg 774, zum Langobardischen König. Ganz Norditalien und einen Teil Mittelitaliens befand sich nun unter seiner Gewalt. Damit machte Karl auch deutlich, das er den Titel "patricus Romanorum" nicht nur als bloßen Ehrentitel begriff, sondern handfeste politische Verfügungsrechte daraus ableitete. Auch bei seinem Feldzug gegen die Sachsen standen territoriale Motive neben Glaubenseifer. Die größten Teile Sachsen wurden von Karl dem Großen christianisiert, d.h. die Bevölkerung zur Taufe gezwungen und im Christentum unterwiesen. Im Innern seines Reiches bemühte er sich um eine einheitliche Verwaltung, schaffte die Stammesherzogtümer ab, gab mit den Kapitularien eine einheitliche Gesetzgebung vor und baute die Reichskirche aus. Der Ausbau der Bistumsorganisation, Schenkungen und innere Reformen der Reichskirche begründeten ebenso seinen frommen wie seinen Ruf als Reformator. An seinem Hof versammelte Karl, der selbst Analphabet blieb, die bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Genannt sein soll hier sein enger Ratgeber und vertrauter Alcuin, den Meister der Arithmetik, Geometrie, Astronomie und Musik sowie Grammatik, Rethorik und Dialektik. Von diesem Umfeld gingen Impulse zum Aufschwung des Bildungswesens, der Wissenschaft und der Kunst aus, die aufgrund des Rückgriffs auf antike Traditionen den Begriff karolingische Renaissance genannt werden. In nahezu allen Bereichen - Politik, Verwaltung, Rechtsprechung, Kultur - gab es diese Synthese von antikem Erbe und Christentum sowie germanischen Traditionen. Sie wirkte nachhaltig auf die Entwicklung Europas. Bildung und Kultur versuchte er auf der Basis einer starken Kirche durchzusetzen, die er stützte und die sich seinerseits auf ihn stützte. Damit erreichte er ebenso sein Ziel, für die Geistlichen eine höhere Bildung durchzusetzen, als auch eine weitere Entmachtung des Hochadels. Als bedeutendste Ergebnisse seiner Herrschaft gelten: die Unterwerfung fast des ganzen Westens Europas, eine straffere politische Organisation des Reiches, die Ausbreitung des Christentums, geregeltes Funktionieren der kirchlichen Instanzen und ein bescheidenes Wiederaufblühen von Unterricht und Kultur. Die wichtigste zeitgenössische Quelle über Karl den Großen ist die Vita Caroli seines Chronisten Einhards. Karl der Große, wie ihn schon seine Zeitgenossen nannten, hatte während seiner Herrschaft keine ständige Residenz, sondern wanderte von Pfalz zu Pfalz, wie es bei den Herrschern seiner Zeit üblich war. Mit seiner Präsenz hielt er das Reich zusammen. Dies änderte sich mit seinem zunehmenden Alter. Nach 801 hat er Aachen immer weniger verlassen. Hier starb er am 28. Januar 814 und hier ist er in dem von ihm selbst erbauten Dom begraben. Quelle: |
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