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11. November 1050 König Heinrich IV. wurde am 11. November 1050 vermutlich
in Goslar geboren und bereits im Alter von vier Jahren in Aachen,
der ehemaligen Residenz Karl des Großen,
gekrönt. Nach dem Tod Kaiser Heinrich III. im Jahre 1056 übernahm seine Frau, Kaiserin Agnes, die Vormundschaft des Sohnes Heinrich IV. und die Regierungsgeschäfte. Die Kaiserin war mit der Regierung überfordert und stand stark unter dem Einfluss ihrer Ratgeber. So wurde ihre Position zunehmend schwächer und sie geriet in den Strudel politischer Intrigen. Das einschneidenste Ereignis im Leben des jungen Königs war sicherlich seine Entführung im Alter von zwölf Jahren. Nach dem Osterfest des Jahres 1062 besuchte er mit seiner Mutter die Pfalz von St. Switbertswerth, dem heutigen Kaiserswerth - als Sitz der rheinischen Regierung damals von großer Bedeutung. Gänzlich unerwartet traf auch der Erzbischof Anno von Köln und sein Gefolge in der Pfalz ein. Nach einem großen Essen bot der Erzbischof dem königlichen Knaben die Besichtigung eines seiner prächtigen Schiffe an. Nachdem Heinrich das Schiff betreten hatte, legte dieses sofort ab und wurde auf die Mitte des Rheins zugesteuert. Aus Angst stürzte sich der verängstigte Junge ins Wasser. Er wurde von seinen Entführern aus den Fluten gezogen und mit dem Schiff nach Köln gebracht. Seine Mutter, Kaiserin Agnes, war in der Situation ebenso machtlos wie das am Ufer stehende, aufgebrachte Volk und musste den Geschehnissen tatenlos zusehen. Der Erzbischof hatte auf diesem Wege die Regentschaft des Reichs an sich gerissen. Als Reichsverweser betreute er nun Heinrich und führte alleine die Geschäfte der Regierung. Warum er Heinrich IV. durch eine Entführung in seine Obhut brachte, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Als plausibelste Gründe gelten vor allem die damalige politische Unordnung und Instabilität, seine Sorge um die Erziehung des jungen Königs und die schwache Herrschaft der Kaiserin. Zweifelsohne hatte er aber auch weniger selbstlose Motive wie die Durchsetzung seiner eigenen Herrschaftsinteressen. Die Fürsten waren jedoch bald nicht mehr mit der starken Alleinherrschaft des Erzbischofs einverstanden und gaben ihm den ehrgeizigen Erzbischof Adalbert aus Bremen zur Seite. Dieser löste ihn später ab und übernahm auch die "Erziehung" von Heinrich IV. Im Alter von 15 Jahren wurde dieser 1065 in Worms für mündig erklärt und übernahm ab sofort die Leitung der Regierung. Seitdem war es sein vordringliches Ziel, die durch die Regentschaft der Fürsten stark geschwächte Königsmacht wieder herzustellen. Sein Versuch, die Sachsen wieder seiner Herrschaft zu unterwerfen, schlug zunächst fehl: 1073 musste er aus der Harzburg fliehen und Zuflucht bei den rheinischen Städten suchen. Am 13. Juni 1075 beendete er mit seinem Sieg über die Sachsen an der Unstrut den sächsischen Aufstand. Die Auseinandersetzung mit dem Papsttum, die 1073 ihren Anfang nahm und letztendlich im Investiturstreit gipfelte, bestimmte die Politik Heinrichs IV. bis zum Ende seiner Regentschaft. Seinen zweiten Sohn, Heinrich V., ernannte er 1098 zum König. Seinen ersten Sohn hatte er zuvor ächten lassen, weil dieser als Gegenkönig gegen ihn Krieg geführt und ihn an der Rückkehr nach Deutschland gehindert hatte. 1104 erhob sich jedoch auch Heinrich V. gegen seinen Vater, brachte ihn in seine Gewalt und zwang ihn zur Abdankung. Am 07. August des Jahres 1106 starb Heinrich IV im Alter
von 56 Jahren. Tabea Raidt Literatur: |
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