|
Wilhelm II.
Friedrich Wilhelm wurde als erstes Kind des Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, später Kaiser Friedrich III., und seiner Frau Viktoria, Princess Royal of England, im Kronprinzenpalais in Berlin geboren. Mit 18 Jahren nahm er das Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Bonn auf. Nach dem Tod seines Großvaters Wilhelm I. und kurz darauf seines Vaters wurde er als ältester Sohn des preußischen Kronprinzen mit 29 Jahren Kaiser des deutschen Reiches. Die Zusammenarbeit zwischen dem neuen Kaiser und Kanzler Otto von Bismark stellte sich als sehr schwierig heraus. Der junge und selbstbewußte Monarch hatte andere politische Vorstellungen als der Gründer des Reiches. Dieser Konflikt führte im März 1890 zur Entlassung Bismarcks. Wilhelm II. drängte es, selbst Entscheidungen zu treffen, ohne die Einmischung anderer. Die Folge waren spontane und übereilte Entschlüsse, die in dieser Zeit die deutsche Politik kennzeichneten. Er strebte einen "Neuen Kurs" an, der die innenpolitische Stagnation überwinden sollte. Der Bevölkerung erschien Wilhelm II. als ein moderner und aufgeschlossener Monarch, der auch um die Arbeiterschaft bemüht war. Doch die wahre Problematik der Zeit - die wachsende Verarmung und Not der Bevölkerung durch die Industrialisierung - erkannte er nicht,. Er steigerte sich mehr und mehr in altmodische Herrschervorstellungen hinein und gab seiner Vorliebe für Prunk und militärischen Zeremonien nach. Mehrere Affären überschatteten seine Regierungszeit: Durch ungeschickte Äußerungen verprellte er die europäischen Nachbarn ("Daily-Telegraph-Affäre" 1908: Ein in der englischen Zeitung "Daily Telegraph" veröffentlichtes Interview mit Wilhelm II. über die Ziele deutscher Außenpolitik erregte im In- und Ausland Kritik.). Zudem geriet sein persönliches Umfeld ins Zwielicht, als eine Artikelserie die Berater des Kaisers als moralisch verwerflich diskreditiert ("Eulenburg-Affäre" 1907). Das Deutsche Reich bekam den Ruf, eine Hochburg des Militarismus zu sein. Der von Wilhelm II. unterstützte Ausbau der Flotte führte zu einer schwierigen Position gegenüber den Verbündeten Frankreich, Rußland und belastete besonders das Verhältnis zu England. 1914 eskalierte die Situation in einen Weltkrieg, den niemand gewollt hatte. Während des Ersten Weltkrieges verlor Wilhelm II. mehr und mehr an Einfluß an die seit 1916 eingesetzte 3. Oberste Heeresleitung mit Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff. Die Novemberrevolution 1918 beendete den Krieg und die
Amtszeit Wilhelms II. Das Frontheer stand nicht mehr hinter ihm, seine
Kommandos wurden nicht mehr befolgt. Wilhelm II. ging nach Holland ins
Exil und lebte dort bis zu seinem Tod. Auf Wunsch Hitlers,
dem Wilhelm II. 1940 zur Einnahme von Paris gratuliert hatte, wurde er
mit militärischen Ehren beigesetzt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 19.04.2002 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||