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Stalin (Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili)
Stalin wurde als Josef Wissarionowitsch Dschugaschwili in Georgien geboren. Als Kind eines Schuhmachers und einer Waschfrau lernte er erst mit elf Jahren Russisch. Ärmliche Verhältnisse prägten seine Kindheit. 1894 trat er dem orthodoxen Priesterseminar bei, wo er marxistische Schriften studierte. Nach 5 Jahren wurde er wegen "revolutionärer Umtriebe" ausgeschlossen. Er ging als Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands in den Untergrund und organisierte Demonstrationen und Streiks. Nach der Spaltung der SDAPR 1903 stand Stalin auf der Seite der Bolschewiken unter Lenin. Seine verboteten politischen Aktionen führten ihn immer wieder in die Verbannung. 1912 wurde er durch Lenin in das Zentralkomitee (ZK) der bolschewistischen Partei aufgenommen. Unter seiner Leitung wurde die Parteizeitung "Prawda" neu organisiert. Zu diesem Zeitpunkt nahm er den Namen Stalin "der Stählerne" an: er veröffentlichte Artikel unter diesem Pseudonym. Wieder wurde er verhaftet. Nach dem Ende der Zarenherrschaft und seiner Entlassung 1917 unterstützte er Lenin bei der bewaffneten Machtergreifung der Bolschewiken. Zunächst wurde er Volkskommissar für Nationalitätenfragen, baute aber seine Macht in der Regierung kontinuierlich aus. Ab 1919 bestimmte bereits fast ausschließlich er die personelle Zusammensetzung des Staatsapparats. 1922 wurde er Generalsekretär des ZK und nach dem Tod von Lenin am 21.01.1924 errang Stalin die alleinige Kontrolle. Er wurde zum Diktator der Sowjetunion. Alle Gegner wurden von ihm ausgeschaltet. Trotzki und andere Konkurrenten mußten 1927 die Partei verlassen und wurden verbannt. Ab 1928 versuchte Stalin die UdSSR unabhängig von anderen Ländern zu machen. Dafür entwickelte er einen Fünfjahresplan zur Durchsetzung der Zwangskollektivierung in der Landwirtschaft und einer rigorosen Industrialisierung. Schwere Hungersnöte beutelten das Land. Terror und Verfolgung waren das Mittel gegen sich widersetzende Bauern. Auch parteiintern führte Stalin 1934-1939 eine "große Säuberung" aus, die alle potentiellen und vermeintlichen Gegner seiner Herrschaft vernichtete. In Schauprozessen wurde auch die alte Bolschewikenführung aus der Zeit Lenins verurteilt und hingerichtet. Obwohl Stalin 1939 mit Hitler einen Nichtangriffspakt schloß, überfiel im Juni 1941 die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion. Stalin übernahm persönlich die Kriegsführung und proklamierte den "vaterländischen Krieg" gegen Hitlerdeutschland. Die UdSSR gehörte 1945 zu den alliierten Siegermächten. Stalin nutzte diese neue Position, um auf dem europäischen Kontinent sein expansorisches Machtstreben durchzusetzen. Bis 1990 bestand diese Nachkriegsordnung. Im Koreakrieg zeigte sich der Gegensatz der beiden Weltmächte UdSSR und USA sowie der Wille Stalins zur Ausweitung seines Einflußbereiches. Bis zu seinem Tod 1953 blieb seine Macht unangefochten.
Als "Schreckensgestalt des Sozialismus" und als Diktator einer Terrorherrschaft
ist Stalin in die Geschichte eingegangen. |
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