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Robert Schuman Geboren am 26.06.1886 in Luxemburg, verstorben am 04.09.1963 in Scy-Chazelles bei Metz. Schuman wuchs zweisprachig auf und wurde von der französischen und der deutschen Kultur gleichermaßen geprägt. Ab 1904 studierte der Sohn eines Zollbeamten in Berlin, Bonn, München und Straßburg Rechtswissenschaften. 1908 promovierte Robert Schuman und eröffnete zwei Jahre später eine Anwaltskanzlei in Metz. 1914 leistete er - als Elsaß-Lothringer deutscher Staatsbürger - Wehrdienst in der deutschen Armee. Mit Inkrafttreten des Versailler Vertrages wurde Schuman französischer Staatsbürger. Ab 1919 engagierte er sich verstärkt in der Politik und wurde Abgeordneter der Nationalversammlung für die Demokratische Volkspartei in Paris. Schon in dieser Zeit, die extrem von der Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich geprägt war, setzte er auf eine Verständigung zwischen den Nachbarn. Doch er konnte für seine Vorstellungen keine Mehrheit in seiner Partei gewinnen. Von 1928-36 übernahm er die Präsidentschaft in der neu gegründeten parlamentarischen Kommission von Elsaß-Lothringen. 1932 wechselte er die Partei. Schuman wurde Mitglied der PDP, der "Parti Démocratique Populaire". Während des Zweiten Weltkrieges, im Juni 1940, wurde Frankreich von Deutschland besetzt. Schuman, der zu diesem Zeitpunkt Unterstaatssekretär für Flüchtlingsangelegenheiten war, trat aus der Vichy-Regierung aus und wurde von der Gestapo verhaftet. Er konnte 1942 flüchten und begann im Widerstand zu arbeiten. 1944 gründete er die christdemokratische republikanische Volksbewegung (MRP), die nach 1945 die stärkste Partei in Frankreich wurde. 1946-1962 war er Mitglied der französischen Nationalversammlung. Kurze Zeit leitete er das Finanzressort und wurde im Anschluss Ministerpräsident. Dieses Amt gab er nach neun Monaten wieder ab und erzielte ab 1948 als Außenminister seine größten Erfolge. Mit dem "Schuman-Plan" von 1950, der eine westeuropäische Montanunion skizzierte, kam er seinem "Traum eines friedlichen und gemeinsamen Europas" ein wenig näher. Unter seiner Mitwirkung entstanden bis zum Ende der 50er Jahre viele Institutionen und Organisationen zur europäischen Einigung. Der von ihm entworfene Plan zur Montanunion wurde am 18.04.1951 mit der Gründung der EGKS umgesetzt und bildete einen wichtigen Schlüssel zum europäischen Einigungsprozeß. Durch Regierungskrisen getrieben, trat er 1953 vom Amt des Außenministers zurück. 1955 war er der Präsident der Europäischen Bewegung. 1955-56 trat er als Justizministers erneut in die französische Regierung ein. 1958 wurde er der erste Präsident des Europaparlaments. Nach 1960 zog er sich aus der Politik zurück. Robert Schumans Engagement brachte wichtige und
entscheidende Impulse auf den Weg zu einem vereinten Europa und in der
Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich. |
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