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Philipp Scheidemann
Erster Ministerpräsident der Weimarer Republik 1919.

Geboren am 26.07.1865 in Kassel, verstorben am 29.11.1939 in Kopenhagen.

Bereits mit 18 Jahren trat Philipp Scheidemann der SPD bei und arbeitete ab 1895 als Redakteur bei verschiedenen Parteizeitungen. In Kassel war er 1906-11 Stadtverordneter. Von 1903-1933 war er Mitglied des Reichstages. Bis 1918 hatte er seinen Wahlkreis in Düsseldorf, danach kandidierte er in Hessen-Nassau.

Seine Partei berief ihn 1911 in den SPD-Vorstand. Dort gewann Scheidemann neben Ebert während des Ersten Weltkrieges mehr Einfluss und Bedeutung. Nach dem Tod August Bebels wurde er Fraktionsvorsitzender. Scheidemann fungierte als Hauptredner der Fraktion und verfolgte in dieser Position als Kriegsziel einen Verständigungsfrieden ohne Annexionen (Gebietsansprüche) und argumentierte damit gegen die gängige Kriegszielpropaganda.

Nach der Verkündung der Abdankung von Kaiser Wilhelm II. rief Philipp Scheidemann am 09.11.1918 ohne Einverständnis Eberts die "Deutsche Republik" vom Balkon des Reichstags aus. Wenige Stunden später wurde die "Sozialistische Republik" von Karl Liebknecht vom Balkon des Berliner Schlosses proklamiert.

1918/19 gehörte er zum Rat der Volksbeauftragten. Dieser Rat bildete die erste provisorische Regierung der Weimarer Republik. Im Februar 1919 wurden Wahlen zur Nationalversammlung abgehalten. Danach führte Scheidemann als Ministerpräsident die erste demokratisch gewählte Reichsregierung aus SPD, Zentrum und DDP an.

In diesem Amt blieb er jedoch nur bis Juni 1919. Aus Protest gegen den Versailler Vertrag trat er zurück.

Zunächst noch im Parteivorstand, war Scheidemann von 1920-1925 als Oberbürgermeister in Kassel tätig.

1933 emigrierte er zunächst nach Frankreich, dann in die USA und Dänemark.

     
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