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Walter Scheel
Bundespräsident von 1974-1979.

Geboren am 08.07.1919 in Solingen.

Nach Abitur und Banklehre leistete Walter Scheel von 1939-1945 seinen Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg ab und wurde bei der Luftwaffe in Frankreich und Russland eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er zurück nach Solingen und arbeitete als Geschäftsführer in der Stahlwarenindustrie. 1953 gründete Scheel ein Wirtschaft- und Marktforschungsinstitut in Düsseldorf.

1946 trat er der FDP bei und wurde 1948 Stadtrat in Solingen. Ab 1950 vertrat er seine Partei im Landtag von NRW. Mitglied des Bundestages wurde er 1953. Ab 1955 wendete er sich der europäischen Ebene zu und war in den Jahren von 1955-57 Mitglied der Gemeinsamen Versammlung der EGKS und von 1958-69 Mitglied im Europaparlament.

Das Amt des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit unter den Bundeskanzlern Adenauer und Erhard übernahm er 1961. 5 Jahre später trat er gemeinsam mit allen FDP-Ministern zurück, was zum Sturz der Regierung Erhard führte. In den Jahren von 1967-1969 war er Vizepräsident des deutschen Bundestages.

Scheels Wahl zum Parteivorsitzenden der FDP 1968 signalisierte die Wende der Liberalen von einer national-konversativen zu einer außen- und innenpolitischen Reformpolitik, die zu einer Annäherung mit der SPD führte. Besonders die Kultur- und Bildungspolitik als auch die Ostpolitik sollten reformiert werden.

1969-1974 übernahm er in beiden Kabinetten von Willy Brand das Amt des Außenministers und Vizekanzlers. Schnell gewann er gegenüber Willy Brandt, seinem erfolgreichen Vorgänger in der Außenpolitik, an Profil und bewies sich durch seine Ost- und Deutschlandpolitik als Außenpolitiker mit europäischem Format.

1973 wurde Walter Scheel mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

Am 15.5.1974 setzte sich Scheel gegen Weizsäcker bei der Wahl zum 4. Bundespräsidenten durch. Im Vorfeld der Bundespräsidentenwahl im Jahr 1979 lehnte Scheel eine erneute Kandidatur ab, nachdem klar war, dass die CDU ihre deutliche Mehrheit in der Bundesversammlung zur Verhinderung seiner Wiederwahl nutzen würde.

Scheel leitete nicht nur die Reformen in der FDP ein und gab damit der Partei eine neue Basis, sondern hatte auch maßgeblichen Anteil an der Fortführung der von Willy Brandt eingeleiteten Ostpolitik.

     
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