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Napoleon Bonaparte
Kaiser der Franzosen von 1804-1814/15.

Geboren am 15.08.1769 in Ajaccio (Korsika), verstorben am 05.05.1821 in Longwood (St.Helena).

Im Alter von 10 Jahren besuchte er die Militärschule von Brienne und verließ diese 1784. Während seiner Garnisonszeit beschäftigte er sich mit politischen Theoretikern und unterstützte die Unabhängigkeitsbewegung.

Nach der Französischen Revolution kämpfte er mit den Revolutionstruppen. Militärischen Ruhm erlangte er durch die Niederschlagung des Royalistenaufstandes im Dezember 1793. Er wurde zum Brigadegeneral ernannt. 1795 unterstützte er das Direktorium bei der Niederschlagung des Aufstandes in Paris. Daraufhin wurde Napoleon im März 1796 zum Oberbefehlshaber der Italienarmee ernannt. Bei dem Italienfeldzug 1796/97 zeichnete er sich durch seine besonderen militärischen und strategischen Fähigkeiten aus. 1797 wurde ihm der Oberbefehl über die englische Armee übertragen und 1798 eine ägyptische Expedition ermöglicht. Mißerfolge des Direktoriums und die zunehmende Popularität Napoleons ermöglichten am 09.11.1799 den Staatsstreich, der zur Konsulatsverfassung unter Napoleon führte.

Als Erster Konsul besaß Napoleon nun die exekutive Gewalt. Er sicherte die Errungenschaften der Französischen Revolution und ermöglichte die Herrschaft des Bürgertums. Unter seiner Regierung herrschte Frieden. Daneben setzte er eine stabile Ordnung, ein zentralistisches Verwaltungssystem und ein einheitliches Unterrichtswesen durch. Der 1804 veröffentlichte "Code Civil" sicherte die Rechtsgleichheit. Auch das Verhältnis von Staat und Kirche wurde von Napoleon neu definiert: das Konkordat mit Papst Pius VII. 1801 machte den Klerus vom Staat abhängig. Seine Macht und sein Einfluß stiegen weiter an, bis er sich selbst 1802 zum Konsul auf Lebenszeit ernannte und sich am 2.12.1804 zum erblichen Kaiser der Franzosen krönte. Er ließ sich vom Papst salben und am 26.5.1805 auch zum König von (Ober-)Italien krönen. Der Ausbau seiner Macht entfernte ihn immer mehr von den Zielen der Französischen Revolution. Militärisch konnte er aber weitere Erfolge verbuchen: gegen die Koalition aus Österreich und Preußen konnte er sich 1805/06 durchsetzen. Dies und die Errichtung des Rheinbundes 1806 bildeten den Höhepunkt seiner Macht. Napoleon konnte sich Herrscher über halb Europa nennen.

Der Wendepunkt setzte nach dem erfolglosen Rußlandfeldzug 1812 ein. 1813 führten fast alle europäischen Mächte gemeinsam Befreiungskriege gegen die Napoleonische Herrschaft: Am 31.03.1814 wurde zuletzt Paris besetzt und Napoleon zur Abdankung gezwungen. Noch einmal versuchte er 1815 an die Macht zu gelangen, scheiterte jedoch bei Waterloo.

Seine Reformversuche und Umsetzung der Ziele der Französischen Revolution, so wie der sogenannte "Code Civil" waren die langfristig bedeutendere Leistung als Napoleons Herrschaft über halb Europa.

 

     
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