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Franz Meyers
Ministerpräsident von NRW von 1958-1966.

Geboren am 31.07.1908 in Mönchengladbach, verstorben am 27.01.2002 in Mönchengladbach.

Als Rechtsanwalt machte Franz Meyers in seiner Heimatstadt Mönchengladbach Karriere und erreichte großen Wohlstand. 1948 trat er der CDU bei und war ab 1950 zwei Jahre lang Landtagsabgeordneter. Im Februar 1952 übernahm er das Amt des Oberbürgermeisters von Mönchengladbach und im Oktober wurde er Innenminister von NRW. In dieser Funktion unterstellte er die Polizeihoheit dem Land statt wie bisher den Kommunen.

Nach dem Sturz der Regierung Arnold 1956 wurde er mit der Organisation des Bundestagswahlkampfes von 1957 betraut. Zusammen mit Bundesgeschäftsführer Bruno Heck führte er diesen sehr erfolgreich. Bekannt wurde der Slogan "Keine Experimente".

1958, nach dem plötzlichen Tod von Karl Arnold konnte er sich bei der Wahl zum Ministerpräsidenten von NRW durchsetzten. Zu seinen größten Zielen gehörte es, das Identitätsgefühl und das Landesbewusstsein der Bevölkerung von Nordrhein-Westfalen zustärken. Er plante 1960 zum 10. Jahrestag der Landesverfassung die Zusammengehörigkeit der Rheinländer und Westfalen in einem Staatswappen darzustellen. Die Öffentlichkeit und die meisten Abgeordneten sprachen sich dagegen aus.

1960/61 versuchte er ein eigenes NRW-Fernsehen zu verwirklichen. In diesem Zusammenhang wehrte er sich auch besonders gegen das Vorhaben von Adenauer die Rundfunkhoheit der Länder anzutasten. Meyers plante neben dem WDR ein nordrhein-westfälisches Fernsehen auf privatwirtschaftlicher Grundlage mit öffentlich-rechtlicher Kontrolle. Die regionalen Interessen und Eigenarten sollten im Vordergrund stehen. Dieser Plan scheiterte, stattdessen wurde eine Staatsgalerie von NRW mit einer Dauerausstellung des Malers Paul Klee, der 1933 von der Düsseldorfer Kunstakademie vertrieben wurde, verwirklicht. Sie sollte Kristallisationspunkt des Landesbewusstseins in NRW und Mittelpunkt kulturellen Lebens sein.

Bei der Landtagswahl am 25.07.1966 erreichte Meyers nur ein knappes Ergebnis. Am 8.12.1966 kam es im Düsseldorfer Landtag zum einem konstruktiven Mißtrauensvotum und damit zum Ende der Regierung Meyers.

Zu seinen großen Anliegen gehörte neben einer Landes-, Bildungs- und Kulturpolitik auch die Überwindung der monostrukturierten Wirtschaft.

Wolfgang Clement würdigte die Arbeit von Franz Meyers. Ihm sei es in hohem Maße zu verdanken, dass sich Nordrhein-Westfalen einen starken Platz unter den deutschen Ländern sichern konnte. Clement nannte ihn einen Gestalter, Modernisierer und pragmatischen Visionär.
Seine herausragenden Leistungen waren der Ausbau der Wissenschaftslandschaft NRW mit der neuen Ruhruniversität Bochum. Darüber hinaus legte er mit dem Ankauf von Werken des Malers Paul Klee die Basis für die Kunstsammlung NRW.

     
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