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Heinrich Lübke
Bundespräsident von 1959-69.

Geboren am 14.10.1894 in Westfalen, verstorben am 6.4.1972 in Bonn.

1913 begann er sein Studium in den Fächern der Landwirtschaft, Geodäsie und Kulturtechnik in Bonn. Von 1914-1918 leistete er freiwilligen Kriegsdienst. Danach setzte er sein Studium in der Volkswirtschaft, im Verwaltungsrecht und im Boden- und Siedlungsrecht in Bonn, Münster und Berlin fort.

Nach Beendigung seines Studiums im Jahr 1921 arbeitete er als Vermessungs- und Kulturingenieur. Von 1923-1933 war er Geschäftsführer verschiedener landwirtschaftlicher Organisationen in Berlin und übernahm 1926 die Leitung des von im gegründeten Verbandes "Deutsche Bauernschaft". Von 1931-1933 war er als Abgeordneter der Zentrumspartei Mitglied im Preußischen Landtag.

1933 entließen ihn die Nationalsozialisten aus allen Ämtern und strengten ein Ermittlungsverfahren wegen Korruption gegen Lübke an.

Bis 1939 arbeitete Heinrich Lübke im Bau- und Siedlungswesen. Danach wurde er von dem privaten Architektur- und Ingenieurbüro Schlempp eingestellt. Diese Tätigkeit wurde ihm später zum Vorwurf gemacht, da das Büro ab 1944 Bauten für das mit Zwangsarbeitern betriebene Raketenwaffenprogramm erstellte.

1945 trat Lübke der CDU bei und war Mitglied des Provinziallandtages von Westfalen und später des Landtages von Nordrhein-Westfalen. 1947-1952 übernahm er den Posten des Landesministers für Ernährung, Landwirtschaft und der Forstwirtschaft.

Im Jahr 1949/50 war er Abgeordneter im Bundestag und Vorsitzender des Agrarpolitischen Ausschusses. Von 1953-1959 war er erneut Mitglied im Bundestag, nachdem er zuvor als Landesminister sein Mandat hatte ruhen lassen, und unter Adenauer Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft. Er betrieb die Förderung der deutschen Landwirtschaft und beschäftigte sich mit der Entwicklung des europäischen Agrarmarktes in der EWG.

1957 wurde Heinrich Lübke mit dem Bundesverdienstorden ausgezeichnet.

1959 wählte ihn die Bundesversammlung zum Bundespräsidenten. Er selbst sah sich jedoch lieber als Landwirtschaftsminister. Als Bundespräsident setzte er sich für ein größeres politisches Gewicht des Bundespräsidenten und für die Bildung einer Großen Koalition ein. Nach Kritik über seine Tätigkeit während der NS-Zeit trat Lübke von seinem Amt zurück.

     
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