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Else Lasker-Schüler
Schriftstellerin.

Geboren am 11.02.1869 in Elberfeld (Wuppertal), verstorben am 22.01.1945 in Jerusalem.

Elisabeth Schüler, Tochter eines jüdischen Privatbankiers, heiratete 1894 den Arzt Berthold Lasker und zog nach Berlin. Dort widmete sie sich ihrer zeichnerischen Ausbildung. 1899 knüpfte sie durch die Freundschaft mit Peter Hille (1854-1904) erste Kontakte zur literarischen Szene in Berlin. Sie wurde in den Kreis "Die Kommenden" und in der "Neuen Gemeinschaft" aufgenommen. Ihr Sohn Paul wurde geboren. 1900/1901 trennte sie sich von Berthold Lasker. Viele Liebschaften und eine zweite Ehe folgten.
Im selben Jahr wurden in der Zeitschrift "Die Gesellschaft" erste Gedichte von ihr veröffentlicht. Ihr erster Gedichtsband "Styx" wurde 1902 publiziert, ihr zweiter "Der siebente Tag" folgte kurz darauf.

Den Tod ihres Freundes Peter Hille im Jahr 1906 verarbeitete sie in ihrem ersten Prosawerk "Das Peter-Hille-Buch". Dieses Werk spielte für Lasker-Schüler eine Schlüsselrolle. 1909 wurde ihr Schauspiel "Die Wupper", das ihre Verbundenheit zur Heimat zeigte, veröffentlicht. Das Stück wurde jedoch erst am 27.4.1919 im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt. Ab 1911 wurde die Liebe zu ihrem Leitthema. Sie selbst avancierte zur Ikone des Expressionismus. 1912 wurde ihr zweite Ehe geschieden. Danach lebte sie fast mittellos nur noch in Pensionen oder bei Freunden. Mit ihrer jüdischen Abstammung setzte sie sich ab 1913 auseinander. Die Gedichtssammlung "Hebräische Balladen" entstanden. Immer wieder wechselte sie ihren Schreibstil und machte durch viele unkonventionelle Aktionen auf sich aufmerksam. Dazu zählte auch die Verkleidung als Prinz 1914.

1927 starb ihr Sohn. Else Lasker-Schüler zog sich ins Privatleben zurück.
Für ihr Gesamtwerk wurde ihr 1932 der Kleist-Preis verliehen. Auf Grund der Gewaltzunahme gegen die jüdische Bevölkerung nach der Machtübernahme der NSDAP, emigrierte sie in die Schweiz und reiste mehrmals nach Palästina. Ihre Erlebnisse stellte sie in "Das Hebräerland" von 1937 dar. 1939 verhinderte der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ihre Rückkehr in die Schweiz.
Die politischen Ereignisse der Zeit verarbeitete sie in der Tragödie "IchundIch", die sie 1940/41 schrieb. Ihr letzter Gedichtsband " Mein blaues Klavier" erschien 1943 in Jerusalem.

Else Lasker-Schüler gelangte, wie viele andere Künstler erst nach ihrem Tod zu Ruhm und Ehre. In ihrer Zeit verkörperte sie eine extravagante und unkonventionelle Persönlichkeit, die durch ihre vielen Liebschaften ein Beispiel der modernen Frau war.


Mein blaues Klavier
Ich habe zu Hause ein blaues Klavier
und kenne doch keine Note
Es steht im Dunkel der Kellertür
seitdem die Welt verrohte

Es spielen Sternenhände vier
- die Mondfrau sang im Boote -
nun tanzen Ratten im Geklirr
zerbrochen ist die Klaviatür
Ich beweine die blaue Tote

Ach liebe Engel öffnet mir
- ich aß von bittrem Brote -
mir lebend schon die Himmelstür
Auch wider dem Verbote

E. Lasker-Schüler

 

     
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