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Alfred Krupp
Industrieller.

Geboren am 26.04.1812 in Essen, verstorben am 04.07.1887 in Essen.

Mit 14 Jahren übernahm Alfred Krupp die Geschäftsleitung der hochverschuldeten Gussstahlfabrik, die sein Vater Friedrich 1811 gegründet hatte. Er hatte die Schule kurze Zeit vorher verlassen, um seinen kranken Vater zu unterstützen. Er erwarb die Grundkenntnisse der Arbeit am Amboss und Schmelzofen. Alfred Krupp führte Innovationen ein und weitete die Produktionspalette so aus, dass das Unternehmen erfolgreicher wurde.

Ab 1834 reiste er durch Süddeutschland, um neue Absatzmärkte für seine Produktion zu finden. Möglichkeiten boten sich in der Herstellung von Essbesteck und später durch die Eisenbahn. Am 24.2.1848 kaufte er seiner Mutter die Fabrik für 40.000 Taler ab. Nach den politischen Unruhen verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage. Ein russischer Auftrag rettete ihn vor dem Ruin. Weitere Großaufträge folgten und Alfred Krupp konnte in kurzer Zeit hohe Gewinne erzielen. Als er die Firma übernommen hatte waren nur wenige Arbeiter beschäftigt. Die Zahl erhöhte sich von 1848-50 von 70 auf 241 und steigerte sich bis 1887 auf etwa 20.000 Arbeitskräfte. Alfred Krupp erreichte den Durchbruch zum Großunternehmer. Bereits 1836 hatte er für seine 60 Arbeiter ein Betriebskrankenkasse eingerichtet. Es folgte am 18.4.1856 eine Kranken- und Sterbekasse. Damit war Krupp fortschrittlich auf dem Gebiet der sozialen Absicherung, die bis heute als beispielhaft gelten.

1852 entwickelte Krupp den nahtlosen Eisenbahnreifen, der die Ausgangsbasis für höhere Geschwindigkeiten war. Auf der Pariser Weltausstellung von 1855 wurde seine in Stahl gegossene Kirchenglocke prämiert. Eine weitere Erfindung, die viele für verrückt hielten, entwickelte Krupp 1861: den Riesenhammer "Fritz". Bereits ab 1851 wurden Dampfstielhämmer mit einem Gewicht von vier bis fünf Tonnen verwandt.

Rüstungsaufträge ab 1860 machten ihm einen Namen als "größter Waffenproduzenten der Welt" bzw. als "Kanonenkönig". Er war der erste deutsche Privatunternehmer, der Kanonen herstellte. Durch ein aus England eingeführtes Verfahren, dass Krupp als erster deutscher Unternehmer erwarb, konnte ab 1862 die Massenherstellung von Stahl beginnen. Ebenso führte er als erster 1869 das bekannte Siemens-Martin-Verfahren zur Stahlerzeugung ein.

Unter der Führung von Alfred Krupp entwickelte sich das Industrieunternehmen zum größten in Europa mit weltweitem Ansehen.

"Mein Streben und mein Hoffen zielt auf nichts weiter als auf viel neue Arbeit und Brot für die große Zahl meiner Arbeiter, deren Zukunft Tag und Nacht mich mit großer Sorge erfüllt, und nur deshalb arbeite ich selbst unausgesetzt an allem, was dem Fortschritt angehört."
Alfred Krupp

     
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