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Karl der Große, lat. Carolus Magnus Geboren am 02.04.747 (?), verstorben am 28.01.814 in Aachen. Karl der Große entstammte einer fränkischen Adelsfamilie, den Arnulfingern, die später Karolinger genannt wurden. Nach dem Tod seines Vaters Pippin am 24.9.768 übernahm er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Karlmann die Herrschaft über das Frankenreich. Er verwaltete die Gebiete von den Pyrenäen bis nach Thüringen, Karlmann die Gebiete vom Mittelmeer bis Alemannien. Nach dem Tod seines Bruders 771 verdrängte er die erbberechtigten Söhne Karlmanns, stellte die Einheit des Reiches wieder her und wurde Alleinherrscher. Große Eroberungsfeldzüge folgten: 773/774 eroberte er das Langobardenreich, gliederte Aquitanien (Südfrankreich) wieder ein und errichtete 778 die Spanische Mark gegen die Araber in den Pyrenäen. Er sicherte den Osten, in dem er Bayern unterwarf, das Awarenreich (an Donau und Theiß) besiegte und mit den Obotriten ein Bündnis schloss. Der 810 geschlossene Friede mit den Dänen und anderen Stämmen sicherte den Norden. Als härteste Gegner erwiesen sich die Sachsen, mit denen er von 772-804 erbitterte Schlachten führte. Deren Unterwerfung und Christianisierung erforderte größte militärische und politische Anstrengungen und erzwang er in grausamen Kämpfen. Erst 804 konnte die Eingliederung ans Reich erfolgen. Wie in dieser Zeit üblich reiste der König ständig in seinem reich umher. Dennoch verbrachte Karl viel Zeit auf seinem Königsgut in Aachen und genoss die Thermalquellen. Im Winter 794/95 ließ er das Aachener Königsgut als Pfalz ausbauen. Zu dieser Zeit entstand auch der Aachner Dom. Aachen wurde zu seiner ständigen Residenz, zum politischen Knotenpunkt und Zentrum des Frankenreiches. Im Jahr 800 in der Weihnachtszeit wurde er sich vom Papst Leo III. in Rom zum Kaiser gekrönt. Das byzanntische Reich erkannte jedoch erst 812 das Kaisertum von Karl dem Großen an. Karl der Große versuchte die Kultur der Antike "wiederzubeleben", die während der Völkerwanderungen weitgehend verloren gegangen war. Deshalb spricht man von einer "Karolingischen Renaissance". Schulen wurden an Bischofskirchen eingerichtet, antike Autoren abgeschrieben und eine Schriftenreform eingeführt, die zu einer einheitlichen Schrift führte. Gelehrte und Wissenschaftler sammelten sich am Hof Karl des Großen. Das Reich Karl des Großen erstreckte sich über
das ganze christliche Europa, mit der Ausnahme von England, Irland und
Byzanz. Er galt als eine der größten Persönlichkeiten und Herrscher des
Mittelalters. 1165 wurde er von Kaiser Barbarossa heilig gesprochen. Heute
erinnert u.a. der berühmte Karlspreis der Stadt Aachen noch an die große
Bedeutung Karl des Großen. |
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