Elisabeth Anna Freiin (Annette) Droste zu Hülshoff
Dichterin.
Geboren
am 10.01.1797 auf Schloß Hülshoff in Münster, verstorben
am 24.05.1848 am Bodensee.
Annette von Droste-Hülshoff entstammte einer alten
westfälischen und streng katholischen Adelsfamilie. Ihre ersten lyrischen
Versuche entstanden etwa 1804.
Geprägt wurde sie 1812-19 von Professor Anton M.Sprickmann. Im Alter
von 16 Jahren traf sie bei einem Besuch bei ihrem Großvater auf
Wilhelm Grimm, der ihr Volkslieder und Märchen erzählte und
sie für diese begeisterte. Für ihr berühmtes und einzig
vollendetes Prosawerk "Die Judenbuche" von 1837 liefert diese
Begegnung den Stoff. Ein Skandal, hervorgerufen durch die Zuneigung zu
zwei Männern, bedeutete für sie eine große Belastung und
sie hörte zunächst auf zu Schreiben.
Auf ihrer erste Rheinreise 1825 lernte sie u.a. Adele
Schopenhauer, A.W. Schlegel und Karl Simrock kennen. 1828 und 1830 folgten
weitere Rheinreisen. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1826 verließ
die Familie das Schloß und zog auf den Witwensitz Rüschhaus
nahe Münster. Erst ab 1834 wurde Annette von Droste-Hülshoff
erneut kreativ tätig. In ihrer zweiten Schaffensphase, vorallem 1840/41,
widmete sie sich besonders ihrer Heimat Westfalen. Die Natur wurde ihr
Hauptthema. Es entstanden " Heidebilder" und "Der Knabe
im Moor".
Ihr erster Gedichtsband wurde 1838 veröffentlicht.
Der Band blieb auf Wunsch der Familie anonym. Anstatt Erfolg erntete sie
nur Spott. Gerade 74 Exemplare konnten verkauft werden.
1841 hielt sie sich in Begleitung von Levin Schücking, dem 17 Jahre
jüngeren Sohn einer Freundin, in den sie teils verliebt, teils fürsorglich
verbunden war, am Bodensee bei ihrem Schwager Laßberg auf Schloß
Meersburg auf. Das Schloß wurde mehr und mehr ihr bevorzugter Wohnsitz.
Zwischen Oktober 1841 und April 1842 entstanden dort knapp 60 Gedichte.
Nachdem ihr Freund im April 1842 das Schloß verlassen hatte, sah
sie ihr Talent mit ihm schwinden.
Annette Droste von Hülshoff gilt heute als eine
der größten Dichterinnen des 19. Jahrhunderts. Sie lehnte sich
gegen Konventionen und gegen das festgesetzte Frauenbild der damaligen
Zeit auf. Ihre Gedichte sind zeitlos und bestechen durch ihre neuartige
Naturdarstellung und ihr Einfühlungsvermögen.
1814 Bertha-Fragment
1824 Ledwina
1838 Gedichte
1840 Perdu, oder: Dichter, Verleger und Blaustrümpfe
1842 Die Judenbuche
1844 Gedichte
1845 Bilder aus Westfalen
1851 Das geistige Jahr
1860 Letzte Gaben (Nachlaß)
Auch Ruhm ist gar ein scharfer Köder,
Ich habe manchen Tag verschwitzt,
Vernitzelt hab ich manche Feder,
Und bin doch schmählich abgeblitzt;
Und nur als ich, entmutigt ganz,
Gedanken flattern ließ wie Flocken,
Da plötzlich fiel auf meine Locken
Ein junger frischer Lorbeerkranz.
Aus: Die beste Politik
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