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Roman Herzog
Nach seinem Studium der Rechtswissenschaften, legte Roman Herzog 1957 seine erste juristische Staatsprüfung ab. Sein zweites Staatsexamen folgte 1961. Er promovierte 1958 in München und begann von 1958-1964 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent an der Universität München. Im Anschluß arbeitete er bis 1966 als Privatdozent an der Universität. 1966 wechselte er an die Freie Universität Berlin. Bis 1969 war er dort Professor für Staatsrecht und Politik. In den Jahren von 1969-1974 war er an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer als Professor für Staatslehre und Politik tätig. In den 70er Jahren engagierte er sich verstärkt in der evangelischen Kirche: Von 1971-1980 übernahm er den Vorsitz der Kammer für öffentliche Verantwortung der evangelischen Kirche, seit 1972 war er ordentliches Mitglied der Synode und von 1978-1983 übernahm er den Bundesvorsitz des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU. 1970 trat er in die CDU ein. Herzog fungierte als Bevollmächtigter des Landes Rheinland-Pfalz am Sitz der Bundesregierung von 1973-1978. Danach war er Minister für Kultur und Sport in Baden-Württemberg. Dieses Ministeramt hatte er bis 1980 inne. Im Zeitraum von 1980-1983 war er Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg und leitete das Innenministerium des Landes. Im Jahr 1983 wurde Roman Herzog Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe. Die Präsidentschaft übernahm er 1987-1994. In dieser Eigenschaft urteilte er u.a. über die Grenze zu Polen und die Neufassung des Grundgesetzes nach der Wiedervereinigung (1990), den Einigungsvertrag zwischen den beiden deutschen Staaten (1991) und das Asyl- und Einwanderungsrecht (1992). Herzog kritisierte, dass politische Entscheidungen zunehmend vom Verfassungsgericht gefällt würden. Den Höhepunkt seiner Karriere markierte die Wahl zum Bundespräsidenten am 23.5.1994. Er konnte sich im dritten Wahlgang mit 696 von insgesamt 1319 Stimmen gegen Johannes Rau mit 605 Stimmen durchsetzten. In seinem Amt stellte Roman Herzog besonders die
repräsentative Funktion des Bundespräsidenten in den Vordergrund
und zeichnete sich durch seine ruhige, überlegte und ausgeglichene
Art aus. 1997 erhielt er gemeinsam mit Vaclav Havel den Titel "Europäischer
Staatsmann des Jahres 1997", ein Jahr später erfolgte die Auszeichnung
mit dem Leo-Baeck-Preis 1998 des Zentralrates der Juden in Deutschland. |
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