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Heinrich Heine
Dichter und Publizist.

Geboren am 13.12.1797 (Heines Geburtsdatum ist sehr umstritten, er selbst gab verschiedene Daten an) in Düsseldorf, verstorben am 17.02.1856 in Paris.

 
 
Heinrich Heine. Bleichstiftzeichnung von Wilhelm Hensel mit Unterschrift von Heine, Berlin 1829.

Bis zu seiner christlichen Taufe 1825 hieß der Sohn eines jüdischen Tuchhändlers Harry Heine.
Im Alter von sieben Jahren besuchte er eine israelitische Privatschule und wechselte 1807 auf die Düsseldorfer Lyceum Schule. Seine schulischen Leistungen waren eher mittelmäßig. So schloß er im Jahre 1814 die Schule ohne Reifezeugnis ab und wählte auf Wunsch seines Vaters einen Kaufmannsberuf. Nachdem das Familiengeschäft 1819 bankrott ging, wendete sich Heine vom kaufmännischen ab.

Er schrieb sich im selben Jahr an der Bonner Universität ein und begann nach Zureden der Eltern das Jurastudium, obwohl seine Vorliebe eher den Literaturwissenschaften galten. 1820/21 wechselte er nach Göttingen. Während seines Studiums kam es immer wieder zu Konflikten: Wegen einer antisemitischen Beleidigung, die fast zu einem Duell führte, wurde Heine von der Uni in Göttingen ausgeschlossen. Er setzte sein Studium in Berlin fort und verkehrte in den berühmten jüdischen Literaturkreisen, u.a. im Salon von Rahel Varnhagen. Dort lernte er Humboldt, Hegel und Bettina von Armin kennen.

Seine ersten Gedichte erschienen 1822 und Heine konnte erste Erfolge verzeichnen. Nach Auseinandersetzungen mit seinem Onkel Salomon, der sein Studium finanzierte, versprach er sein Jurastudium fort zusetzten und promovierte 1825 in Göttingen.

Am 28.6.1825 ließ er sich taufen und nannte sich von nun an Christian Johann Heinrich Heine. Schon als Kind schämte er sich seiner jüdischen Abstammung. Nun stand er zwischen den Religionen und bereute bereits 1826 seine Entscheidung.

Nach seinem literarischen Wechsel vom tragisch-dramatischen zur witzig-beschreibenden Prosa konnte er als freier Schriftsteller überleben.

Beim Ausbruch der Julirevolution 1830 begab sich Heine wenige Monate später freiwillig ins Exil nach Paris. Neben seinen Einkünften als Journalist und freier Schriftsteller lebte er auch von seinen Mäzenen, dem Baron Rothschild und seinem Onkel Salomon. 1835 wurden seine Schriften vom Deutschen Bund zensiert bzw. verboten. Anders in Frankreich: die französische Regierung zahlte ihm in der Zeit von 1835-1848 eine jährliche Pension.
Bereits ab 1832 wurde Heine von verschiedenen Leiden geplagt, u.a. starke Kopfschmerzen, Augenleiden und Magen-Darmstörungen. Während seiner letzten Jahre konnte er kaum noch sprechen oder sich bewegen. Doch schrieb er in seiner "Matrazengruft" noch fleißig weiter.

Heinrich Heine gehört zu den großen deutschen Schriftstellern. Seine Werke bestechen durch seinen einzigartigen Stil und Vielseitigkeit. Durch seine journalistischen Arbeiten gilt Heine als der Begründer des modernen Feuilletons.

Erst 1988 wurde in Düsseldorf nachträglich den berühmte Bewohner geehrt. In diesem Jahr wurde nach ihm die Universität benannt. Damit endeten endlich die Diskussionen um die Benennung, die mit der Gründung der Universität 1965 begonnen hatten.

In mein gar zu dunkles Leben

In mein gar zu dunkles Leben
Strahlte einst ein süßes Bild;
Nun das süße Bild erblichen,
Bin ich gänzlich nachtumhüllt.

Wenn die Kinder sind im Dunkeln
Wird beklommen ihr Gemüt,
Und um ihre Angst zu bannen,
Singen sie ein lautes Lied.

Ich, ein tolles Kind, ich singe
Jetzo in der Dunkelheit;
Klingt das Lied auch nicht ergötzlich,
Hat's mich doch von Angst befreit.

Du schönes Fischermädchen

Du schönes Fischermädchen,
Treibe den Kahn ans Land;
Komm zu mir und setze dich nieder,
Wir kosen Hand in Hand.

Leg an mein Herz dein Köpfchen,
Und fürchte dich nicht zu sehr;
Vertraust du dich doch sorglos
Täglich dem wilden Meer.

Mein Herz gleicht ganz dem Meere,
Hat Sturm und Ebb' und Flut,
Und manche schöne Perle.


Heinrich Heine

     
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  Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 10.02.2003