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Roland Freisler Während des Ersten Weltkrieges meldete sich Roland Freisler als Freiwilliger und geriet 1915 in russische Gefangenschaft. Er erlernte die russische Sprache und paßte sich der kommunistischen Ideologie aus taktischen Gründen an. Nach Ausbruch der Oktoberrevolution schloß sich Freisler den Bolschewisten an und wurde Lagerkommissar. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland tauschte Freisler seine marxistische Ideologie gegen eine radikale völkische Einstellung ein. Nach der Beendigung seines Jurastudiums eröffnete er 1924 in Kassel eine Anwaltskanzlei. Er wurde Stadtverordneter und wenig später Mitglied des hessisch-nassauischen Landtags für den "Völkisch-Sozialen Block". 1925 trat er der NSDAP bei. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde er zum Leiter der Personalabteilung im preußischen Justizministerium berufen und führte hier schon vor der Schaffung "rechtlicher Grundlagen" eine "Gleichschaltung" der Justiz ein. 1934 übernahm er das Amt des Staatssekretärs im Reichsjustizministeriums. Als Schriftleiter der Zeitung "Akademie für deutsches Recht" konnte er durch zahlreiche Veröffentlichungen Einfluß auf die NS-Rechtslehre nehmen. Um die Rechtsprechung als politisches Instrument einsetzen zu können, setzte er sich unter Mißachtung rechtsstaatlicher Grundsätze für die Erweiterung der Kompetenzen des Richters ein. Auf der Wannsee-Konferenz von 1942 vertrat er das Reichsjustizministerium und wurde noch im selben Jahr Präsident des Volksgerichtshofs. Nach Freislers Amtsübernahme stieg die Anzahl der erlassenen Todesurteile sprunghaft an. Immer mehr entwickelte er sich zum fanatischen Nationalsozialisten, Bekämpfer von Personen, die sich dem Regime widersetzten und furchtbarsten Blutrichter des Systems. 90% seiner Verfahren endeten mit dem Todesurteil oder mit lebenslänglicher Haft. Während der Schauprozesse erniedrigte er die Angeklagten, schrie sie aufs primitivste an und ließ Prozesse filmen. Sogar die NS-Führung protestierte gegen seine Methoden. Zu seinen bekanntesten Todesurteilen gehörte das gegen die Mitglieder der "Weiß Rose" und zuletzt gegen die Männer des 20.Juli 1944. Bei einem alliierten Bombenangriff wurde er in
einem Gerichtsgebäude von einem Balken erschlagen. |
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