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Ludwig Erhard Ludwig Erhard machte ab 1913 eine Ausbildung zum Kaufmann. Von 1916-1919 nahm er als Artillerist am Ersten Weltkrieg teil und wurde schwer verwundet. Nach dem Krieg begann er an der Handelshochschule Nürnberg zu studieren und beendete sein Studium mit dem Abschluß der Promotion zum Dr. rer. pol. über ein währungspolitisches Thema. In der Zeit von 1928-1942 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent und stellvertretender Leiter im "Institut für Wirtschaftsbeobachtung der deutschen Fertigware" in Nürnberg. Mit seinem Chef zerstritten gründete er dann ein eigenes Konsumforschungsinstitut. Noch während des Krieges machte sich Erhard Gedanken, wie die deutsche Wirtschaft nach dem Zusammenbruch, den er voraussah, wieder zu konsolidieren wäre. Seine Überlegungen veranlasste die amerikanische Besatzungsmacht, ihn in Nürnberg zu ihrem Wirtschaftsberater zu ernennen. Im Auftrag der örtlichen Militärbehörden leitete Erhard den wirtschaftlichen Wiederaufbau in Franken ein. 1947 wurde er Vorsitzender der Sonderstelle Geld und Kredit bei der Zentralverwaltung in Frankfurt. In dieser Funktion arbeitete er u.a. die Währungsreform aus. 1948 setzte er, nun in der Position des Direktors der Zentralverwaltung, die Währungsreform und seine Idee der Sozialen Marktwirtschaft um. In den "Düsseldorfer Leitsätzen" machte sich die CDU der britischen Besatzungszone Erhards wirtschaftspolitisches Konzept der Sozialen Marktwirtschaft zu eigen. Bei der Bundestagswahl 1949 kandidierte Erhard für die CDU und wurde Wirtschaftsminister im ersten Kabinett von Konrad Adenauer. Vierzehn Jahre hatte er dieses Amt inne. 1957 erschien Erhards programmatische Schrift "Wohlstand für alle" und im selben Jahr wurde er im 3. Kabinett von Adenauer zum Vizekanzler ernannt. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion nominierte 1963 Ludwig Erhard zum Kanzlerkandidaten, der nach dem Rücktritt Adenauers vom Deutschen Bundestag gewählt wurde. An seine Erfolge als Wirtschaftsminister konnte er als Bundeskanzler nicht mehr so recht anknüpfen. Die Bundestagswahlen von 1965 gewann die CDU mit ihrem Kanzlerkandidaten Erhard, mußte aber u.a. wegen der Kohle- und Stahlkrise bei den Landtagswahlen in NRW von 1966 große Verluste hinnehmen. 1966 wurde Erhard zum Parteivorsitzenden gewählt. Noch im selben Jahr trat er nach einer Koalitionskrise mit der FDP von seinem Amt als Kanzler zurück. Sein Nachfolger wurde Kurt Georg Kiesinger. 1967 musste Erhard auch den CDU-Vorsitz an Kiesinger abtreten. Er blieb aber weiter politisch aktiv, engagierte sich besonders für wirtschaftspolitische Themen und schied erst 1976 aus dem Bundestag aus. Als "Vater des deutschen Wirtschaftswunders" wurde Ludwig Erhard bekannt und beliebt.
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