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Konrad Duden
Sprachwissenschaftler.

Geboren am 03.03.1829 in Lackhausen nahe Wesel, verstorben am 01.08.1911 in Sonnenberg.

Mit 17 Jahren begann Konrad Duden, Sohn eines Eisenbahnbeamten, in Bonn zu studieren. Er wählte die Fächer klassische Philologie (Sprach- und Literaturforschung), Philosophie, Germanistik und Geschichte. Nach vier Semestern musste er 1848 aus Geldmangel sein Studium abbrechen. Er zog nach Frankfurt am Main und arbeitete als Hauslehrer.

1854 bestand er seine Lehramtsprüfung mit der Note: "Im ganzen befriedigend". Seine Referendarzeit in Soest brach er vorzeitig ab und übernahm eine Stelle als Hauslehrer in Genua. 1859 kehrte er nach Deutschland zurück und lehrte bis 1869 an einem Gymnasium in Soest. Dort stieg er 1867 zum Prorektor auf. 1869 wurde Duden zum Gymnasialdirektor in Schleiz bei Thüringen ernannt und übernahm 1876 die Leitung einer Klosterschule in Bad Hersfeld. Im Alter von 76 Jahren trat er in den Ruhestand.

Nach der Reichsgründung und der Einheitsbewegung in Deutschland 1871 beschäftigte sich Duden verstärkt mit einer einheitlich geregelten Rechtschreibung. Erste Veröffentlichungen zu deutschen Rechtschreibregelungen folgten im selben Jahr. "Schreibe, wie du sprichst", lautete seine Grundsatzregel. Ein Jahr darauf veröffentlichte Duden sein Buch "Die deutsche Rechtschreibung", das besonders für die obere Klasse vorgesehen war. 1876 scheiterte die erste Konferenz zur "Herstellung größerer Einigung in der deutschen Rechtschreibung" am Einspruch des Reichskanzlers Bismarck.

1880 erschien der "Ur-Duden", das "vollständige orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache". Das Buch beinhaltete auf 187 Seiten 27.000 Wörter und war für eine Mark erhältlich. 1901 erschien die sechste Ausgabe, die auf 384 Seiten erweitert worden war. Nach dem Beschluß der Vertreter der deutschen Bundesstaaten wurde 1901 eine einheitliche deutsche Rechtschreibung auf der Basis von Dudens Wörterbuch festgelegt. 1902 erklärte der Bundesrat das Wörterbuch von Duden für alle Länder als verbindlich. Seine neunte Auflage erschien 1905 unter dem neuen Titel: "Duden. Rechtschreibung der deutschen Sprache und der Fremdwörter".

Der Duden gilt bis heute als das bedeutendste orthographische Nachschlagewerk in Deutschland.

     
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