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Karl Carstens
Carstens studierte Rechtswissenschaften und Politikwissenschaften in Deutschland, Frankreich und den USA. Von 1939-1945 absolvierte er seinen Kriegsdienst. Ab 1946 arbeitete er als Rechtsanwalt in Bremen. In den Jahren von 1949-1954 war er Bevollmächtigter des Bundes der Stadt Bremen. Ab 1950 lehrte er an der Universität Köln und blieb dort bis 1973. 1960 war er als Professor für Staats- und Völkerrecht tätig. 1954-55 vertrat er die Bundesrepublik Deutschland als ständiger Vertreter beim Europarat in Straßburg. Erst 1955 trat er in die CDU ein. Von 1960-1966 war er im Auswärtigen Amt als Staatssekretär tätig. 1966-1967 übernahm er das Amt des Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministeriums und 1968-69 im Bundeskanzleramtes. Mit Bildung der sozial-liberalen Koalition schied Carstens aus dem Staatsdienst aus. Als Direktor des Forschungsinstituts der deutschen Geschichte für Auswärtige Politik arbeitete er in dem Zeitraum von 1969-1972. Danach kandidierte er mit Erfolg für den Bundestag und wurde 1973 zum Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion ernannt. Besonders kritisch befaßte er sich mit der Deutschland- und Ostpolitik. Nach dem knappen Wahlsieg der sozial-liberalen Koalition bei den Bundestagswahlen 1976 wird Carstens im Dezember zum neuen Bundestagspräsidenten gewählt. Die CDU/CSU-Fraktion schlug Carstens gegen starken Widerstand der SPD und F.D.P. für das Amt des Bundespräsidenten vor. In Pressekampagnen wurde Carstens seine frühere NSDAP-Mitgliedschaft vorgeworfen. Er wurde am 23.5.1979 im Alter von 65 Jahren zum 5.Bundespräsidenten gewählt. Als Bundespräsident verfügte Carstens die Auflösung des Bundestages und setzte Neuwahlen an, nachdem die Regierung Schmidt durch ein konstruktives Misstrauensvotum der CDU/CSU und der F.D.P. abgelöst wurde. Carstens rechtlich nicht unumstrittene Entscheidung wurde im Februar 1983 vom Bundesverfassungsgericht bestätigt. Carstens war der einzige Präsident, der sein Amt unter zwei Kanzlern verschiedener Parteien -Helmut Schmidt und Helmut Kohl- ausübte. Aus Rücksicht auf sein Alter lehnte er eine weitere Amtszeit ab und wurde 1984 von Richard von Weizsäcker abgelöst. Karl Carstens verkörperte als Bundespräsident Disziplin,
Toleranz und Tradition. Sein Motto war: Mehr sein als scheinen. |
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