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Willy Brandt
Bundeskanzler von 1969-1974.

Geboren 18.12.1913 in Lübeck, verstorben am 08.10.1992 in Bonn.

Willy Brandt wurde als Herbert Frahm geboren, erst im Exil nennt er sich Willy Brandt. Er trat 1930 der SPD bei und war ab 1931 Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiterpartei in Lübeck. 1933 musste Brandt vor den Nationalsozialisten nach Norwegen flüchten. In Oslo studierte er, arbeitete als Journalist und leistete Widerstandsarbeit. Er änderte seinen Namen. 1940 geriet Willy Brandt in deutsche Gefangenschaft ohne erkannte zu werden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm er die Arbeit in der SPD wieder auf und gewann sehr schnell an Bedeutung. Von 1948-49 war er Vertreter des SPD-Parteivorstands in Berlin, von 1949-57 Bundestagsabgeordneter und von 1955-57 Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. Das Amt des regierenden Bürgermeisters in Berlin von 1957-66 war ein erster Höhepunkt seiner Karriere. 1961 und 1965 war er der Kanzlerkandidat der SPD, scheiterte jedoch gegen Adenauer bzw. Erhard. Nach dem Tod von Ollenhauer 1964 übernahm er den Parteivorsitz in der SPD. 1966 kam es zu der Bildung einer Großen Koalition zwischen SPD und CDU. Brandt wurde Vizekanzler und Außenminister.

1969 wurde Willy Brandt der erste sozialdemokratische Bundeskanzler. Er brachte durch seine Ostpolitik (unvergessen ist sein "Kniefall von Warschau") die Entspannung zwischen Ost und West mit seiner "Politik der kleinen Schritte" einen großen Schritt voran. Auch das Verhältnis zu Israel versuchte er zu verbessern. Brandt wurde 1971 für seine Entspannungs- und Ostpolitik mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. 1973 reiste er als erster Bundeskanzler nach Israel.

Nach seinem überraschenden Rücktritt als Bundeskanzler nach der Agentenaffäre um den DDR-Spion Günter Guillaume 1974 ließ Willy Brandt in seinem politischen Engagement nicht nach: er blieb bis 1987 Parteivorsitzender der SPD, wurde ins Europaparlament gewählt, 1984 mit dem Dritte-Welt-Preis in New York und 1985 mit dem Albert-Einstein-Friedenspreis in Washington ausgezeichnet.

Zu Willy Brandts größten Erfolgen gehörten die Entspannung und Versöhnung mit dem Osten und damit das Ende des Kalten Krieges.

     
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