|
Dietrich Bonhoeffer
Nach seinem Studium der Theologie und Auslandsstudien in Spanien und den USA ging Bonhoeffer nach Berlin und arbeitete im Alter von 25 Jahren an der TH als Studentenpfarrer. Seine Habilitationsschrift von 1929 hatte den Titel: "Akt und Sein". Nachdem die Nationalsozialisten 1933 an die Macht gelangten und Deutschland kontrollierten, gehörte er nicht zum passiven kirchlichen Widerstand, sondern er versuchte aktiv zu handeln. Vertreter der "Bekennenden Kirche", die Christentum und NS-Rassenideologie als miteinander unvereinbar erklärten, baten Bonhoeffer um seine Rückkehr nach Deutschland. Obwohl er sich des Risikos christlichen Bekennens im Nationalsozialismus bewußt war, folgte er dem Ruf zur Leitung des Predigerseminars der "Bekennenden Kirche". 1936 wurde ihm seine Lehrerlaubnis entzogen, der 1940 ein Rede- und 1941 ein Schreibverbot folgte. In den Jahren 1937 und 1939 veröffentlichte er Schriften mit den Titeln: "Nachfolge" und "Gemeinsames Leben". Er erhielt über seinen Schwager Hans von Dohnanyi Anschluß an den politisch-militärischen Widerstand um Admiral Wilhelm Canaris, der ihn im Amt Ausland/Abwehr im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) beschäftigte. Als Vertrauensmann knüpfte Bonhoeffer mit Hilfe seiner ökumenischen Kontakte Verbindungen zwischen den westlichen Regierungen und dem deutschen Widerstand. Er erörterte mit der britischen Regierung Friedensmöglichkeiten unter einer neuen deutschen Regierung nach dem Ende der NS-Herrschaft. Am 05.04.1943 wurde Bonhoeffer verhaftet. Konkrete
Beweise fehlten zunächst, erst nach dem gescheiterten Attentat
vom 20.07.1944 gelang es der Gestapo ihm eine Widerstandtätigkeit
nachzuweisen. Er wurde in den KZs Buchenwald, Schönberg und Flossenbürg
inhaftiert. Kurz vor der Befreiung durch die Amerikaner wurde er nach
einem provisorischen Standgericht von der SS gehängt. 1951 wurden
seine Aufzeichnungen aus der Haft unter dem Titel "Widerstand und
Ergebung" veröffentlicht. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 10.02.2003 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||