|
Otto von Bismarck Geboren am 01.04.1815 in Schönhausen in der Altmark, verstorben am 30.07.1898 nahe Hamburg. Nach seinem Jurastudium in Göttingen und Berlin
absolvierte Bismarck von 1836-39 in Aachen und Potsdam seine Referendarzeit.
1839 beendete er den Staatsdienst, zog sich auf sein Gut zurück und
widmete sich der Landwirtschaft. Die revolutionäre Entwicklung von
1848 widerstrebte ihm. Er vertrat als Mitbegründer der "Kreuzzeitungspartei"
den äußerst rechten Flügel der Konservativen. In der Phase
der Restauration war er von 1851-1859 als Gesandter Preußens am
Deutschen Bundestag in Frankfurt beschäftigt. In dieser Position
versuchte er die Führungsrolle Preußens gegen Österreich
durchzusetzen. Der Dualismus der beiden Mächte konnte nach Meinung
Bismarcks nur zu Gunsten Preußens als einziger Großmacht im
Deutschen Bund überwunden werden. In der Zeit von 1859-1862 wurde
er als Gesandter nach Petersburg versetzt. Durch den wachsenden Konflikt
zwischen dem König und dem Militärkabinett bekam Bismarcks politische
Karriere einen Schub: Er verfolgte weiter sein Ziel, die deutschen Länder unter Ausschluß Österreichs zu einem deutschen Reich zu einen. Ein erster Schritt dahin war die Gründung des Deutschen Bundes und die Vorbereitung einer Reichsverfassung. Nach dem gewonnenen Krieg gegen Frankreich konnte am 18.01.1871 das Deutsche Reich gegründet und der preußische König als Deutscher Kaiser Wilhelm I. proklamiert werden. Bismarck wurde der erste Reichskanzler. Durch seine ausgeglichene Politik gelang es ihm das Reich außenpolitisch zu sichern und seine Position in Europa zu festigen. Innenpolitisch aber verpaßte er den Zeitgeist, der einen modernen Staat forderte. Er hielt an der Monarchie fest. So mußte er Niederlagen im Kampf gegen die katholische Kirche im sogenannten Kulturkampf, als auch gegen die Sozialdemokratie mit dem Sozialistengesetz von 1878, hinnehmen. Auch seine Versuche ab 1883 durch eine Sozialgesetzgebung die Situation der Arbeiter zu verbessern, um so den Sozialisten die Argumente zu nehmen, schlugen fehl. Nach dem Tod Kaiser Wilhelms I. im Jahr 1888 veränderte sich das Verhältnis der Monarchie zu Bismarck. Die Probleme zwischen Kaiser Wilhelm II. und ihm führten 1890 zu Bismarcks Entlassung. Bismarck hat entscheidend dazu beigetragen, das
Deutsche Reich in der Mitte Europas zu etablieren und mit einer klugen
Bündnis- und Außenpolitik gegen potentielle Feinde zu schützen.
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 10.02.2003 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||