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Joseph Beuys
Deutscher Künstler.

Geboren am 12.05.1921 in Kleve, verstorben am 23.01.1986 in Düsseldorf.

1940 legte Joseph Beuys sein Abitur in Kleve ab und leistete von 1941-1945 seinen Kriegsdienst als Sturzkampfflieger. Während eines Angriffs im Winter 1943 in der Ukraine wurde er verletzt. Einheimische nahmen sich seiner an und schützen ihn durch Talg und Filz vor der Kälte. Dieses Ereignis prägte Beuys und er verarbeitete diese Materialien immer wieder in seinen Kunstwerken.
Am Ende des Krieges wurde er in Kriegsgefangenschaft genommen. 1946 kehrte er nach Kleve zurück und bereitete sein Akademiestudium vor.

Im Jahr 1947 begann er mit dem Studium der Bildhauerei an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1951 beendete er sein Studium, konnte jedoch bis 1954 noch das Meisterschulatelier an der Akademie nutzen.
Seine erste Einzelausstellung eröffnete er 1953 in Kranenburg im Haus der Gebrüder van der Grinten. Dorthin zog er sich auch von 1955-57 in einer Phase starker Depressionen zurück.

Ein wichtiger Einschnitt bedeutete für Beuys die Berufung als Professor für monumentale Bildhauerei an die staatliche Kunstakademie Düsseldorf 1961.
Eine weitere Veränderung fand 1962 statt. Er knüpfte die ersten Kontakte zur neuen Kunstrichtung der sogenannten "Fluxus-Bewegung".

Ab 1964 stellte er auf jeder Documenta aus. Seine erste Galerieausstellung fand 1965 bei Alfred Schmeler in Düsseldorf statt. Ab 1967 interessierte er sich verstärkt für Politik und gründete die "Deutsche Studentenpartei", 1970 die "Organisation der Nichtwähler, Freie Volksabstimmung", und 1971 die "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung". 1973 gründete er die "Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung".

Am 24.11.1968 wurde gegen Joseph Beuys ein Mißtrauensverfahren von anderen Professoren an der Kunstakademie eingeleitet, da er aus Protest gegen die Begrenzung der Studentenzahl mit seinen Studenten das Sekretariat besetzte. Er wurde entlassen, behielt jedoch seinen Professorentitel und das Nutzungsrecht für das Atelier.

1976 stellte er auf der Biennale in Venedig und auf der Zeitgeistausstellung in Berlin aus. Zwei Jahre später lehrte er als Gastprofessor an der Wiener Hochschule für Angewandte Kunst. 1979 eröffnete er eine große Retospektive im New Yorker Guggenheim-Museum und kandidierte für das Europaparlament, jedoch ohne Erfolg. 1980 versuchte er sich erneut in der Politik und kandidierte für den nordrhein-westfälischen Landtag als Vertreter der Grünen. Er stand zunächst auf Platz 1 der NRW Landesliste, aber scheiterte bei der entsprechenden Abstimmung und die Grünen strichen ihn von der Liste. 1984 stellte Beuys im Tokioter Seibu-Museum aus. Auch in seinen letzten Jahren folgen weitere Ausstellungen. Kurz vor seinem Tod nahm er noch am 12.01.1986 den Lehmbruck-Preis der Stadt Duisburg entgegen.

Joseph Beuys stellte eine der schillernsten, vielseitigsten und umstrittensten Nachkriegskünstler Deutschlands dar. Seine Kunst zeigte völlig neue Gestaltungsarten und -methoden. Er gilt als "Erneuerer der Kunst".

     
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