|
Weltausstellungen
Die in diesem Jahr in Hannover stattfindende Weltausstellung EXPO 2000 hat Tradition: Weltausstellungen waren schon für Preußen und das Deutsche Kaiserreich eine Möglichkeit vor internationalem Forum die Leistungsfähigkeit ihrer Wirtschaft darzustellen. Demzufolge hatte der Staat ein großes Interesse an den ausstellenden Firmen. Die Unternehmen wiederum hatten neben patriotischen auch ganz handfeste Ziele. Besonders das Kruppsche Unternehmen und der Bochumer Zollverein verstanden es, die Weltausstellungen als neuartige Werbeveranstaltung für ihre Produkte zu benutzen. Etwa bis einschließlich 1862 standen diese beiden Interessen - Patriotismus und Werbung - in Einklang miteinander. Danach erlosch das Interresse der Firmen an den Weltausstellungen zunehmend. 1878 schließlich blieb die deutsche Industrie - von Bismarck politisch gewollt, von der Wirtschaft begrüßt - der Weltausstellung in Paris gänzlich fern. Statt dessen wurde 1880 in Düsseldorf eine rheinisch-westfälische Wirtschaftsschau organisiert. Doch bevor es soweit war, hatten die Weltausstellungen einen nicht zu unterschätzenden Effekt auf die zunehmende Berühmtheit des Ruhrgebietes als Wirtschaftraum. Insbesondere nach 1862 profilierte sich das Ruhrgebiet als geschlossene Region, z.B. durch den kollektiven Leistungsbeweis der Bergbauunternehmen. Noch auf der Weltausstellung von 1855, auf der Deutschland und Österreich gemeinsam etwa ein Drittel der Ausstellung zur Montanindustrie gestellt hatten, wurde das Ruhrgebiet von deutschen Beobachtern noch ganz allgemein unter den preußischen Bergbau eingeordnet. Erst später trat es als eigenständige Größe auf. In Wien 1873 erreichte die Zurschaustellung der gemeinschaftlichen Produktion des Reviers ihren Höhepunkt. Die rheinisch-westfälische Montanindustrie wurde hier erstmals als pars pro toto des gesamten Berg- und Hüttenwesens des Deutschen Reiches angesehen. Neben dem Bergbau war die erfolgreiche Erzeugung von Gußstahl und dessen Weiterverarbeitung ein Grund für die zunehmende Berühmtheit der rheinisch-westfälischen Industrie. Die deutsche Montanindustrie stand dabei in Konkurrenz zu der britischen. Die Weltausstellung von 1867 wurde als Beweis für die Überlegenheit der deutschen Produktion gegenüber der aller anderen Länder gesehen. An diesem Erfolg waren einzelne Unternehmen in besonderem Maße beteiligt. Schon 1859 kamen von Krupp 75 000 Zentner und vom Bochumer Zollverein 23 000 Zentner der von Preußen insgesamt erzeugten 116 779 Zentner Gußstahl. 1873 in Wien war Krupp erstmals mit einem eigenen Pavillon vertreten und war zum Star der deutschen Aussteller geworden. Belegen mag dies, dass es im Ausstellungsbericht eine Rubrik zu den Produktionszahlen namens "Preußen ohne Krupp" gab. Auf der ersten Weltausstellung von 1851 in London wurde die rheinisch-westfälische Industrie vor allem von der Kleineisenindustrie aus Solingen, Remscheid und Hagen vertreten, aber auch die Werke aus dem Revier waren mit drei Unternehmen vertreten. Eines davon war Krupp. Die Firma beeindruckte die Öffentlichkeit vor allem mit dem bis dahin größten gegossenen Stahlblock von 40 Zentnern Gewicht und einer stählernen Kanone. Auf den folgenden Ausstellungen übertraf sich Krupp mit der Größe der Gußstahlblocks immer wieder selbst, so präsentierte er 1855 einen 105 Zentner-, 1862 einen 400 Zentner- und 1873 einen 1050 Zentnerblock. Literatur:
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 02.09.2002 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||