Die
Ausstellung
 
Home
Führung
Chronik
Konzept
Köpfe
Regionen
Suchen
Feedback
E-Vote
Umfrage

  Epochen
der Zeitreise
  Gesamtindex
  NRW
  Nationalsozialismus
  Weimar
  Wilhelminische Zeit
  Gründerjahre
  Industrialisierung
  Preußenzeit
  Franzosenzeit
  Absolutismus
  Reformation
  Mittelalter
  Vorzeit
  Hilfe
 
Alle Artikel dieser Epoche

1848-1871
Industrialisierung. Die wirtschaftliche Entwicklung verändert die Gesellschaft.

Nach der gescheiterten Revolution von 1848 kam eine Phase der Restauration, d.h. der Rückkehr zu politisch überholten Konzepten. Die Ideale der Französischen Revolution Einheit, Gleichheit und Brüderlichkeit spielten in der Politik Deutschlands keine große Rolle mehr. Dennoch gab es nun sogar in Preußen eine Verfassung und eine Volksvertretung, auch wenn diese Einrichtungen unseren heutigen demokratischen Ansprüchen nicht genügen würden. Zum Beispiel herrschte das Dreiklassenwahlrecht, das mit der Einteilung der Bevölkerung in drei Steuerklassen die Wahlstimmen nach dem Einkommen gewichtete. Dem armen Bevölkerungsanteil, der 80 % stellte, wurde ebensoviel Einfluß zugestanden, wie den 4 % der Unternehmer und Großbürger.

Im Deutschen Bund versuchte Preußen unter der Führung Bismarcks ständig seine Führungsrolle vor allem gegenüber der anderen deutschen Großmacht Österreich zu behaupten. Diese Überlegenheit Preußens gegenüber den anderen deutschen Staaten war neben seiner leistungsfähigen Militärmacht auch durch die hier besonders fortgeschrittene Industrialisierung möglich geworden.

Die Industrielle Revolution war eine Entwicklung, die von England ausgehend mit der Erfindung der Dampfmaschine, des mechanischen Webstuhls und der Spinnmaschine die gesamte Wirtschaft von Grund auf änderte. Auch die sozialen Veränderungen waren tiefgreifend. Eine agrarisch geprägte Gesellschaft veränderte sich zur Industriegesellschaft mit einer neuen Klasse, den Arbeitern. Ab 1850 machte sich diese Entwicklung auch in Preußen und vor allem auch im Ruhrgebiet bemerkbar.

Die Westprovinzen Rheinland und Westfalen gehörten seit 1815 zu dem preußischen Staat. Die Region war durch Rohstoffvorkommen besonders im Bergbau und der Eisen- und Stahlherstellung erfolgreich und wurde ein treibendes Element des Fortschritts. Hier wurden große Betriebe errichtet, die enorme Mengen an Arbeitern benötigten. Aus kleinen Dörfern in der Nähe dieser Fabriken wurden schnell große Städte. Industriereviere und Ballungszentren entstanden. Dampfschiffe und die Eisenbahn führten zu einer Revolution im Transportwesen. Der schnelle Ausbau der Bahnstrecken führte wiederum zu einem Anstieg der Stahlproduktion und stellte seine Verarbeitung vor neue Erfordernisse. Unter diesen Vorzeichen konnten sich Betriebe wie Krupp, Thyssen, der Bochumer Zechenverein, Klöcker, Haniel und Mannesmann so wie viele andere zu international bekannten Unternehmen entwickeln, die auf den Weltausstellungen ihre Leistung demonstrierten. Mit der Gründung des Deutschen Reiches und den daran geknüpften Wegfall von Handelshindernissen, der Einführung eines gemeinsamen Marktes und dem Ausbau der Verkehrswege konnten gerade auch die preußischen Westprovinzen in diesen Gründerjahren von dem wirtschaftlichen Aufschwung profitieren.

Quelle:
Friedrich.Wilhelm Henning: Die Industrialisierung in Deutschland 1800 bis 1914, Paderborn 1993.
Dietmar Petzina (hg.): Bevölkerung, Wirtschaft, Gesellschaft seit der Industrialisierung: Festschrift für Wolfgang Köllmann zum 65. Geburtstag, Dortmund 1990.

     
[Impressum]
  Copyright De-Media.de 2002, Letzte Aktualisierung 02.09.2002